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14

Dez

2011

Mainzer Obdachlosenarzt Trabert: Gefahr wächst immer stärker

Mainz - Die Lebenserwartung von Geringverdienern sinkt nach jüngsten Zahlen. Vor dem Problem warnt der Mainzer Obdachlosenarzt Gerhard Trabert schon lange - er sieht ärmere Menschen zunehmend in Gefahr.

Der Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert sieht für ärmere Menschen in Deutschland ein wachsendes Risiko für eine geringere Lebenserwartung. "Armut bedeutet hier in Europa, in Deutschland nicht, dass ich auf Konsumgüter verzichte, sondern Armut bedeutet, dass ich früher sterbe", sagte der Vorsitzende des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland am Montag. "Dieser Trend hat in der letzten Zeit zugenommen." Der Obdachlosenarzt warf der Bundesregierung vor, das Problem zu ignorieren. "Ich spüre eine Beratungsresistenz der Politik sonders gleichen", sagte Trabert. Dabei sei der Trend abzusehen gewesen: "Das war alles vorhersehbar." Als Gründe nannte er die Hartz-IV-Reform und Zuzahlungen durch die Gesundheitsreform.

Der Hartz-IV-Regelsatz für Langzeitarbeitslose sei zu gering. "Dann kann ich mich nicht gesund ernähren", sagte Trabert. Dies sei unabhängig vom Bildungsstand und vom individuellen Verhalten. Bei der Ernährungsbildung müsste es passgenaue Kurse für Eltern geben. Er kritisierte auch die Praxisgebühr. "Das hat dazu geführt, das haben ja auch viele Expertisen ergeben, dass arme Menschen seltener zum Arzt gehen." Für Zusatzbeiträge müsse es eine Härteklausel geben.

Für den Sozialexperten kommt das Problem einer Geringschätzung von Arbeitslosen in der Gesellschaft hinzu. "Das ist wirklich ein Stressfaktor. Die Menschen ziehen sich zurück", sagte Trabert. "Männer identifizieren sich sehr stark über die Arbeit. Wenn das wegfällt, dann wissen wir: Die Depressionsrate nimmt zu." Dies wirke sich letztendlich negativ auf die Lebenserwartung aus.


Gespräch: Marc-Oliver von Riegen, dpa


ZUR PERSON: Gerhard Trabert kümmert sich seit mehreren Jahren um wohnungslose Menschen, unter anderem mit einem Arztmobil. Er unterrichtet auch an der Fachhochschule Wiesbaden.

 

http://www.rhein-zeitung.de/nachrichten/deutschland-und-welt_artikel,-Streit-um-Lebenserwartung-von-armen-Deutschen-_arid,350724.html

 

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Kommentare: 1

  • #1

    rasant (Freitag, 16 Dezember 2011 14:13)

    Es steht schon lange fest, dass die Hartz-IV-Bezieher durch VERHUNGERN und/oder durch ungesunde Ernährung früher sterben sollen. Damit werden doch die Kassern der Kranken- und Pflegeversicherung, so wie die Rentenkasse geschont!!
    Warum soll ein Sozialgeldempfänger noch länger eine Rente beziehen.

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