Do

03

Nov

2011

Kompetenz, nur noch in der Teamleitung?

Ein Beistandsbericht

 

Bei mir ist dringend Hilfe notwendig, ich komme im Jobcenter nicht weiter, die haben mir die Leistungen versagt, weil ich Vermögen habe. So haben wir in der Sprechstunde eine junge Frau erlebt die einen Weiterbewilligungsantrag gestellt hatte.

Grund für das Versagen der Leistungen war ein Bausparvertrag, der schon etliche Jahre lief und nie als Vermögen angerechnet wurde (zumeist ist der Bausparvertrag immer das 1. was aufgelöst u. zum Leben verbraucht werden soll). In dem guten Glauben, wie immer alles richtig gemacht zu haben war der Antrag wieder gestellt worden. Neue Leistungssachbearbeiterin, neues Spiel der Bausparer muss aufgebraucht werden, weil er die Vermögensfreigrenze übersteigt zur Erklärung, der Leistungsabteilung war bekannt, dass eben dieser Bausparer eine Sicherung für die Bank war. Da ein Haus gebaut wurde und Kredite abgezahlt werden mussten, hatte man sich diese Sicherheit angespart, weil man da auch noch eine Familie war, mit einem der Arbeit hatte.

 

Dass sich die Verhältnisse auch schnell ändern können, musste die junge Frau erleben, Scheidung und schon sieht alles anders aus. Ein Teil des Bausparvertrages ging auf den Partner über u. schon war eine Änderung der Summe da und sofort haben die Sachbearbeiter zugeschlagen, es gab auch Tipps z. B. „wenn sie kein Geld haben, können sie sich nicht scheiden lassen“. Es gab keine Hilfe, zwar das Angebot einer Leistung darlehensweise aber wenn noch Probleme anderer Art vorhanden sind, hat man Angst so Geld zu nehmen u. die Banksicherheit zu verspielen.

 

Es war dann soweit, dass die junge Frau mit ihrem Kindern nicht mehr aus noch ein wusste, denn zum Leben braucht der Mensch nun mal Geld, dazu muss noch geschildert werden, dass die junge Frau schon seit Monaten krank war auch aufgrund der Vorgeschichte. Der letzte verzweifelte Schritt, das Abtreten des Vertrages an die Bank, damit die Sicherheit zum Erhalt des Hauses bleibt. Die Bank macht solche Dinge ja nicht von heute auf morgen, es musste darüber beraten werden. Da haben sich dann die Leistungssachbearbeiter erdreistet einen Termin zu erlassen, wenn die Bank bis dahin nicht das OK gibt, dann werden keinerlei Leistungen mehr gezahlt und einen weiteren Antrag braucht die Betroffene nicht mehr zu stellen, man gewährt ihr keine Leistungen, auch in Zukunft nicht, denn auch das Haus ist verwertbar

 

Hier entscheiden sogenannte Sachbearbeiter über dein Leben, deine Zukunft und die deiner Kinder, die keinen Schimmer von dem haben, was sie tun, denn wenn sie es wüssten, hätte zumindest ein Hinweis auf eine machbare Lösung gegeben werden können. Dass, hier die Lage soweit war, dass Suizid im Raum stand, habe ich nach dem Beistand der vergangene Woche Donnerstag 27.10.2011 stattfand erfahren.

 

Da mit den einfachen Sachbearbeitern nicht mehr zu reden war, hatte ich für die Betroffene um einen Termin bei der stellvertretenden Teamleiterin Frau Ducke Jobcenter/Bereich Glauchau ersucht. Den Termin haben wir bekommen und hier kommt mir die Frage an, muss immer erst der Teamleiter o. die Teamleiterin hinzugezogen werden um eine Beratung und Information zu bekommen wie die Sachlage ist.

Frau Ducke hat die Sache in den Griff bekommen, hat sich für ihre Mitarbeiter entschuldigt. Gegen die Mitarbeiterin Frau Steinhardt läuft eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Frau Ducke hat eine Auszahlung in bar für den Monat Oktober veranlasst. Der Leistungsbescheid wird erstellt werden und wenn die Bank das OK der Abtretung gibt, sind alle Probleme vom Tisch. Die Sachbearbeiter, die es fertig gebracht haben, dass hier noch eine Mutter mit ihren Kindern vor dem AUS stand, Herr Schramm und Frau Seidel sollten einmal über ihr Tun nachdenken. In solchen krassen Fällen, sollte sich auch mal ein Geschäftsführer kümmern, denn wenn er sich über das normale Tagesgeschäft nicht informiert, dann können Missstände nur von außen geklärt werden und da hält er, der Herr Mario Müller nicht viel davon. Hier ist wieder der Beweis erbracht, Hilfe von außen ist dringend notwendig, Beistand ist dringend notwendig und darum wieder der Hinweis:

<KEINER SOLL ALLEIN ZUM AMT!>

M. Madaus

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Kommentare: 1

  • #1

    Willem Vogel (Freitag, 04 November 2011 11:42)

    Das Dilemma der Sachberabeiter_innen offenbart das Dilemma dieses perfiden Systems. Abgesehen davon, dass sie meist 0-Ahnung haben, müssen sie auf Anordnung und Anweisung ihrer "Vorgesetzten" handeln. Einsparung steht im Vordergrund.
    Hier offenbart sich der wahre "Charakter" dieser niederen Chargen. Sie sind zu feige und außerdem unfähig, Entscheidungen zu treffen.
    Das ist natürlich auch den oberen bekannt und so gewollt. Denn nicht alle wenden sich an die Vorgesetzten, und das vorgegebene Ziel der Einsparung ist erreicht.

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