Sa

29

Okt

2011

Psychologische Betreuung zur Erhaltung der Arbeitskraft

Bei der besseren Betreuung von Arbeits"losen" will die Bundesagentur für Arbeit auch Gespräche mit Psychologen der Bundesagentur für Arbeit möglich machen. Eine nicht unheikle Idee.

 

Eine bessere Betreuung von Arbeits"losen", wie sie die Bundesagentur für Arbeit nun anstrebt, ist sicherlich keine schlechte Idee. Bisher wird oft die Betreuung lediglich in Form von diversen Kurzterminen sowie der Kontrolle der bisher erfolgten Bewerbungen ausgeübt. Das zur Vermeidung von zu starken "Bindungen" zwischen dem Sachbearbeiter und Kunden eingeführte Rotationsprinzip, Zeitknappheit, dauerhaft wechselnde gesetzliche Regelungen und neue Urteile führen dazu, dass die "Betreuung" schlichtweg kaum mehr existent war. Dem will die BA nun Abhilfe schaffen.

 

Mehrere Betreuungsmöglichkeiten sind geplant: So berichtet Spiegel Online:

 

   Arbeitslose sollen Fragebögen ausfüllen und ihre Talente und Schwächen auf einer Skala von eins bis fünf bewerten. Abgefragt werden auch sogenannte soft skills wie Kommunikations- und Konfliktverhalten oder Teamfähigkeit.

   Die Ergebnisse werden mit einem Arbeitsvermittler besprochen.

   Möglich ist auch ein Interview mit einem Psychologen der BA.

   Wer will, kann obendrein ein Assessment-Center besuchen.

 

Woher nun aber die neuen Sachbearbeiter, die es möglich machen, jedem Arbeits"losen" diese Betreuung zukommen zu lassen, kommen sollen, bleibt offen. Bisher ist das Angebot freiwillig. Es bleibt zu hoffen, dass dies auch zukünftig so sein wird, denn die hehre Betreuung erinnert fatal an frühere Erfahrungen mit den Fragebögen, die auch hinsichtlich Selbstmordgedanken, Depressionen, sexuellen Beziehungen bzw. sozialen Kontakten im allgemeinen erst einmal die "Vermittlungsmöglichkeiten und -hemmnisse" der Arbeits"losen" beleuchten sollten und letztendlich eher einer Art _Durch_leuchtung ähnelten.

 

Zudem kommt, dass die Arbeits"losen" mittlerweile ein tiefes Misstrauen gegen dieJobcenter und die BA hegen und fraglich ist, dass insofern der der BA angeschlossene Psychologe als Vertrauensperson in Frage kommt. Schon jetzt sind zudem Termine bei den Psychologen und Psychotherapeuten Glückssache - Wartezeiten können schon einmal mehrere Monate betragen.

 

Auch der Datenschutz spielt hier eine große Rolle - welche Erkenntnisse wird der Psychologe dann dem Sachbearbeiter mitteilen (dürfen), auf welcher Grundlage und wie wirkt sich dies aus? Hier steht zu befürchten, dass die psychologischen Erkenntnisse dann in die Beurteilung der Person einfließen, jedoch eine tatsächliche Hilfe (z.B. durch Therapie usw.) sowieso nicht möglich ist. Dann aber dient dieses Gespräch nicht der Betreuung, sondern lediglich einer reinen Eingliederung in "arbeitsfähig/nicht arbeitsfähig". Diese Aufgabe erledigen derzeit jedoch bereits Ärzte und ggf. der Amtsarzt. Wem also der Psychologe dienen soll und wie dies bewerkstelligt werden soll, bleibt bisher unbeantwortet.


http://www.heise.de/tp/autor/twisterbettinahammer/default.html

 

Passend zum Beitrag vom 26.10.2011,

der Weg zum psychologischen Dienst wird sicherlich 2012 noch zur Pflicht werden, vermutlich auch unter Sanktionen. Weiteres auf dieser Homepage.

M. Madaus

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Kommentare: 7

  • #1

    Hans M. (Montag, 31 Oktober 2011 18:57)

    Für mich sieht das eher aus, wie die totale Kontrolle.Ihnen reicht es nicht, das wir schon kein Hemd mehr haben. Sie wollen uns nackt sehen, damit Manipulationen noch einfacher sind.
    Je mehr Sie wissen, desto mehr und genauer können Sie uns in die Ecke treiben bzw. kaputt
    machen. Sie erstellen von uns ein Profil, was in den USA bei Schwerverbrechern schon verwendet wird.( Profiling)

  • #2

    Willem Vogel (Dienstag, 01 November 2011 15:36)

    «Verwaltungsakt: "Sozial Behindert!"»

    1-Euro-Jobs werden abgeschafft, dafür werden Langzeitarbeitslose als "sozial Behinderte" definiert und entsprechend behandelt. Das Modell aus den Niederlanden findet Eingang in die Vorhaben der NRW-Regierung.

    Es berichten:

    Abdel Malek, Bjistandsbond Amsterdam

    Nils Böhlke, Die Linke im Landtag NRW

    Freitag, 04.11.2011, 19:00 Uhr, Gewerkschaftshaus Köln, Hans-Böckler-Platz 1.

    Veranstalter: Europäische Märsche gegen Erwerbslosigkeit, Linke Erwerbslosen Organisation (L.E.O.).

  • #3

    Streetfigther (Mittwoch, 02 November 2011 17:35)

    Da kann ich den Beiträgen nur zustimmen.Wenn dann braucht man qualifiziertes Personal-Arbeitsvermittler,und keine Psychologen!
    Nicht die Betroffenen sind krank sondern das System,Psychologen brauchen die die sich bereitärklären und jedes Mittel nutzen Betroffenen die unzureichende Regelleistung zu kürzen.Sanktionen,Sanktionen-keiner schafft Arbeitsplätze!

  • #4

    Eulenspiegel (Mittwoch, 02 November 2011 19:02)

    Zum sogenannten Psycho-Test sollten alle Sachbearbeiter auf allen Ebenen der Jobcenterhierarchie und die obere Etage mit GF u. Co., denn was da abgeht sollte untersucht werden. Die psychischen Eignungen einzelner Personen aus dem Kreis müssen angezweifelt werden. Denn wer denkt sich denn diesen Quatsch aus, HE zum Psychologischen Dienst zu schicken, sie dort die idiotischsten Tests machen zu lassen um ihre Vermittlungshemmnisse aufzuspüren und gezielter vermitteln zu können. Das wächst doch in den Gehirnen der Einzelnen der oberen Hierarchie, begreifen die nicht wo keine richtige Arbeit ist, wird es auch in der Zukunft keine geben. Hier strebt doch alles nur nach dem maximalen Gewinn, Löhne zahlen für die es sich zu arbeiten lohnt, will kein Unternehmer mehr, warum auch, das Jobcenter liefert doch „Zwangsarbeiter“ ständig frisch auf den Markt für NULL-Geld. Untersucht sind sie auch, sie werden also keinen Ärger machen.
    WANN WERDEN WIR WACH???

  • #5

    Hans M. (Mittwoch, 02 November 2011 21:50)

    Fehlt bloß noch die Entlausung............

  • #6

    rasant (Donnerstag, 03 November 2011 15:01)

    Moin,

    es ist die Einstampfung unserer ach so feinen Grundgesetze. Die Entrechtung des Deutschen!!!!!!

    Länder, die die Menschenrecht mit Füßen treten, werden von unseren Politikern hofiert, um auch hier möglichst viele Euronen rauszuholen. Zum Wohle der Kapitalisten und den geldgierigen Politikern. Wir, die wir ja zum Bruttosozialprodukt nichts beitragen können sind nur Ballast. Ballst behindert ALLES. Also drücken wir durch einen Psychotest die Hartz-IV-Emfpänger (ich nehme alle Empfänger der Grundsicherung nach dem SGB XII dazu)in eine Ecke und Ghettos. Da können sie unter Gleichen sein.

    Aber wer soll das denn machen? Die Arbeitsvermittler, die meistens auch nur befristete Arbeitsverträge haben? Die, so wie Herr Alt, stellvertretender Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, selbst sagt, sich aus Friedhofsgärtnern, Callcentermitarbeiter, Maurern usw., usw. zusammensetzen!!! Die "Vermittler", sehr häufig auch die Verhinderer zur Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeit Arbeitsstelle, genannt, haben nicht das Wissen bzw. die Qualifikation so etwas zu machen. Da würde ich mich strikt weigern. Hinterher kommt dann raus, wenn jemand die Farbe rosa sehr gerne mag, dass er ein verherlicher der körperlichen Gewalt ist (so ähnlich wie im Loriotfilm).
    Auch die Zeit dafür fehlt! Die Vermittler schaffen ja heute noch nicht einmal ein vernüftgiges Profiling für jeden zu erstellen. Wer von euch hat denn bei seinem Vermittler ein Gespräch von rund zwei Stunden geführt???

    Wir müssen auch daran denken, dass die "Leistungen für die Eingliederung in Arbeit" bis 2014 auf "NULL" gekürzt werden.

    Keine Eingliederungleistungen, weniger Chancen am Markt - quo vadis Deutschland???!!!

    Selbst die UN hat unserer sogenannten Regierung vorgeworfen, dass über Hartz IV die Zwangsarbeit wieder eingeführt wurde. Diese muss, laut der von Deutschland unterzeichneten UN-Sozialcharta, sofort wieder abgeschafft werden.

    Also Psychotest nur dafür wo unsere Schmerzgrenze zum offenen Protest liegt? Auch dafür, ob wir bereit sind unsere Rechte eventuell mit "Gewalt", die ich übrigens verabscheue, durchzusetzen????

    Die Übriggebliebenen des "Dritten Reiches" lassen Grüßen!!!

    Quo vadis BRD??

    rasant

  • #7

    Wilhelm Voigt (Donnerstag, 10 November 2011 23:03)

    Detlef Hartmann & Gerald Geppert bereits in ihrem Buch 2008: Cluster - "Die neue Etappe des Kapitalismus".

    Anne Allex, Dietrich Kalkan in ihrem Buch 2009: "ausgesteuert - ausgegrenzt ... angeblich asozial" im Kapitel von Anne - Sozialer Krieg, S. 321 ff.

    Der Angriff auf unsere Seele - Brainfucking
    von Hans-Dieter Hey
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12342

    Krank machende Arbeitsmarktpolitik in NRW wie in Holland - „Multiple Vermittlungshemmnisse“
    von Hans-Dieter Hey
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17146

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