Sa

23

Jul

2011

Auf Aussagen von Jobcentermitarbeitern sollte sich keiner verlassen

Keiner in dieser sogenannten Behörde sollte sich wundern, wenn Betroffene die Nerven verlieren und einfach mal ausrasten.

Es wird bei einem Gesprächstermin, nach einiger Diskussion zwischen Betroffener, Beistand u. zuständiger Teamleiterin abgesprochen, dass es am kommenden Tag eine Barauszahlung von zustehenden Leistungen gibt. Eine Stunde nach der Absprache wird an die Betroffene eine Mail geschickt, dass es so nicht geht und sie kein Bargeld bekommt.

So geschehen wieder im Jobcenter Werdauer Straße in Zwickau.

Kurz ein paar Details, die Betroffene U25, hat die schulische Ausbildung beendet u. die weiterführende Ausbildung beginnt im August, Bafög ist zurzeit ausgelaufen aber schon wieder beantragt. Zurzeit ist die Betroffene mittellos, daher hatte sie sich am 14.07. schon im Jobcenter gemeldet und um Hilfe ersucht, ein Antrag auf ALG II war schon gestellt. An dem 14. hat die Betroffene dann bei einer Odyssee durch das Jobcenter bei 4 Mitarbeitern ihr Problem erklärt, geholfen hat keiner und Beachtung fand schon in keiner Weise, dass die Betroffene schwanger ist obwohl es bekannt war u. die Unterlagen vorlagen.

Irgendwie hat man ihr dann einen Termin gegeben, zur Vorsprache bei der Teamleitung. Der Termin konnte aus Gründen des Zustands der Betroffenen, von ihr nicht wahrgenommen werden, sie hat sich entschuldigt und um einen neuen Termin ersucht, in dieser Zeit, wären werdende Mutti und Kind sicherlich verhungert. Die Betroffene hat um Beistand gebeten und in so einer Situation muss geholfen werden.

 

Wir sind am Donnerstag 21.07. zur Teamleiterin Frau Schenke um das Problem zu lösen, so einfach war das nun auch wieder nicht, denn Frau Schenke war nicht so zu überzeugen, dass der Grundsicherungsträger/Jobcenter hier einspringen muss und übergangsweise in der Pflicht ist die Leistungen zu übernehmen. Das Gespräch nahm dann doch eine Wende und die Betroffene werdende Mutti bekam die Zusage, dass sie am Freitag 10.00 Uhr eine Barauszahlung bekommt, vor allem auch weil dringend Medikamente gebraucht werden, bei denen Zuzahlung erforderlich ist.

 

Nun kommt „verlasse dich nie auf Aussagen der Mitarbeiter“, denn wie oben schon geschrieben, kam der Widerruf per Mail 1 Stunde nach der Zusage. Am Samstag ist dann ein Bewilligungsbescheid gekommen, der ab 01.08. gültig ist, um nochmals darauf hinzuweisen, die Betroffene ist mittellos, am 21. war schon Ebbe u. eine Woche vorher hatte man sie ja auch nicht für voll genommen. Mit welchem Recht und vor allem auf welcher Grundlage agieren die Mitarbeiter des Jobcenters in dieser Weise? Sollten viele von ihnen nicht jegliche Kompetenz abgesprochen bekommen, vom menschlichen Umgang her ganz zu schweigen.

Wovon soll diese Betroffene, schwanger, dazu noch Risikoschwanger, wo die Medikamente und eine ausgewogene Ernährung wichtig sind, bis August leben? Soll sie so ganz nebenbei auch die Wohnung verlieren, was geht in den Köpfen der Mitarbeiter vor, können sie sich noch selbst im Spiegel ersehen oder geht es nur noch um Geldeinsparung auf Biegen u. Brechen um den Job zu erhalten?

 

Betroffene, die einfach mal so Geld brauchen, weil sie für ihre Zukunft, für einen Beruf etwas tun, werden fallen gelassen wie Müll, Extras gibt es nicht, auch wenn es vom Gesetzgeber gewollt u. festgelegt ist. Wir im Jobcenter halten uns an unsere Interna und da kommt nichts dazwischen, wenn nicht das Sozialgericht dann mal wieder eine Entscheidung trifft, die man dann wie eine Kröte schlucken muss.

 

Sollte dieser Betroffenen während der Schwangerschaft etwas passieren, dann sollen die Beteiligten des Jobcenters sich warm anziehen.

Für uns ist der Fall noch nicht zu Ende, die Betroffene bekommt alle Unterstützung die sie braucht!

 

M. Madaus

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Kommentare: 6

  • #1

    Holger (Samstag, 23 Juli 2011 19:13)

    Liebe Freunde, ich schätze Euer Tun - Ihr kämpft jedoch an falscher Front! Bekämpft nicht das Symptom, sondern die Ursache! Ursache ist das menschenverachtende, inländerfeindliche BRD-Regime! Beseitigen wir dieses, mit Mut und Kraft wie 1989, dann besteht eine reelle Chance auf Freiheit und Gerechtigkeit. Alles Andere ist unsinnig.

    Trotzdem: Viel Erfolg weiterhin.

  • #2

    ali-gegenwind (Sonntag, 24 Juli 2011 11:28)

    An welcher Front kämpfst du denn Holger????

    Das Jobcenter Zwickau, Werdauer Straße ist ja für seine Lügerei bekannt. Dreist und unverfroren, eben auf allerunterstem Niveau.

  • #3

    Phönix (Sonntag, 24 Juli 2011 14:05)

    Gegenwind verhilft den Menschen zu ihrem Recht. Wie kann man das als unsinnig bezeichnen?

  • #4

    Holger (Sonntag, 24 Juli 2011 14:31)

    Nun, ich setze mich gegen die Lügen dieser BRD ein. Unsinnig, lieber Phönix, finde ich den Ansatz der Symptombekämpfung. Damit lässt man die Verbrecher im Recht. Man gibt ihnen Macht zur Gestaltung des Unrechts. Es darf nicht um "Verbesserungen" bei H4 gehen. Lediglich die Abschaffung des Unrechts und die Wiederherstellung der Würde der Abgehängten dieser Gesellschaft sind zielführend. Wir brauchen einen handfesten Aufstand der Massen. Arbeitende mit Arbeitslosen, Mittelstand mit "Unterschicht". Zusammen! Und DANN ist Erfolg möglich - und das "Demokraten"-Unrecht bezwingbar.

  • #5

    Willem Vogel (Sonntag, 24 Juli 2011 17:39)

    Also setzen wir uns nur noch für die Abschaffung des Unrechts und gegen die Lügen dieser BRD usw. ein.

    Die Betroffenen sollen doch "verhungern", warum ihnen helfen, sie sind doch nur Teil der Symptome.

    Gegenwind setzt sich aber eben nicht nur vehehement für die Betroffenen ein, sondern gegen alles das hier Beschriebene, ergo eben nicht nur Bekämpfung von Symptomen, sondern Bekämpfung des Grundübels.

  • #6

    Hans-Jürgen Reglitzki (Montag, 01 August 2011 12:07)

    Moin von Gegenwind e.V. Cloppenburg, guten Tag Holger,

    natürlich kämpfen wir, wenn man so will, an zwei Fronten!!!

    Mit das Wichtigste überhaupt ist die Soforthilfe von uns, wenn uns Hartz-IV-Bezieher darum bitten. Das machen wir sehr gerne, denn unsere Erfolgsquote zeigt uns, dass unsere Nadelstiche die Sachbearbeiter/innen, Teamleiter/innen und die Geschäftsführungen der JC´s in Zwickau zur Weissglut bringen.
    Da WIR ja wissen, dass viele Schikanen, die teilweise sogar von ganz Oben kommen (siehe Sanktionen), nur dazu dienen die vorgebenen Kosteneinsparungen als Zielvorgabe einzuhalten, damit dann eventuelle "Kopfprämien" winken, dann hat das Ganze auch System.
    Logischer Weise bekämpfen wir auch dieses System!

    Das das ganze "Hartz-IV-System" natürlich auch bekämpft werden muss ist logisch. Allerdings dafür die Massen auf die Straße zu bringen ist fast unmöglich. Wir von Gegenwind e.V., Arbeitsloseninitiative Glauchau-Zwickau-Cloppenburg, haben selbst Demos vor ort organisiert und durchgeführt. Selbst die Presse hatte es angekündigt, und es wurden weit über 1000 Flyer in Briefkästen verteilt. Das auch noch in einem Wohnumfeld in dem sehr viele Sozialgeldbezieher leben.

    Wenn wir mal großes Glück hatten, dann waren gerade mal 25 Teilnehmer dabei, die sich wirklich aufgerafft haben. Danach war der Schnitt bei 15 Teilnehmern.

    Das war nur Regional zu sehen. Dennoch waren wir auch auf einer Demo in Oldenburg i.O.. Hier ging es darum, dass der Regelsatz für gesunde Ernährung um 80,00 Euro erhöht werden sollte. Geschätzt waren im Mittelwert rund 2.500 Teilnehmer dabei. Da für diese Demo im Vorfeld bundeseit eine riesige Aufrufkampagne gestartet wurde, war dann die Teilnehmerzahl erschreckend gering. Aber es war ein erster ganz wichtiger Schritt, denn diese Demo wurde ausschließlich von Erwerbslsoeninitaitven und Vereine ins Leben gerufen. SPD und Die Linke, sowie der DGB haben diese Demo unterstützt, und ihre Mitglieder ebenfalls zur Teilnahme aufgerufen. Gleiches gilt für den vom DGB ins lben gerufene "Stürmischen Herbst" in Hannover. Hier ging es ebenfalls u.a. um diese 80 Euro mehr. Aus dem "Stürmischen Herbst" wurde allerdings nur ein laues Lüftchen.

    Es schreibt sich leicht, dass man die Massen bewegen muss. Das mag 1989 geklappt haben, aber heute hat jeder Teilnehmer einer Demonstration Angst davor, dass er irgendwie erkannt wird, und mit gravierenden Nachteilen rechnen muss. Diese Angst ist gerade in den "Neuen Bundesländern" extrem hoch.

    Also, wenn Du ein Teil der jetzigen Massen werden willst, dann laden wir Dich herzlichst dazu ein, ein Teil von UNS zu werden. Egal in welcher Gegend Du wohnst, es wird auch dort in der Nähe einen Verein und/oder Initiative geben. Arbeite dann aktiv mit, denn dann haben wir alle wieder Einen mehr, der die Masse ausmacht. Vielleicht ist aber auch die Schmerzgrenze noch nicht erreicht, um Alle zu bewegen. Es fehlt zwar nicht mehr viel, aber es dauert noch bis der "Kessel" explodiert!

    Du hast zar recht, dass das System bekämpft werden muss, aber wo fangen wir an? Bei der nächsten Bundestagswahl?? Glaubt man den heutigen Prognosen, dann sind geanu die beiden Parteien dann wieder an der Macht, die Hartz IV ins leben gerufen haben.Einen ersten Vorgeschmack bekommst du ja schon, wenn Du die Worte von Siegmar Gabriel, seines Zeichens Chef der SPD, über seinen Vorschlag zur Bekämfpung der Arbeitslosigkeit bzw. darüber, wie aktiviere ich die ALG-II-Emfpänger (Langzeitarbritslose), damit diese wieder in Arbeit kommen, dann weisst Du welch Geistes Kind er ist.
    Da ist dann wieder einmal keine Rede davon, dass dieses menschenverachtende System abgeschafft wird.

    Also, wo sollen wir Deiner Meinung nach ansetzen?? Bei den Parteien??? Bei den 80 Mio. Einwohnern der BRD, oder bei den Hartz-IV-Empfängern von denen ja noch nicht einmal alle zu "uns" kommen, damit wir ihnen helfen können. Eigentlich müssten ALLE kommen, denn jeder ALG_II-Bescheid, ist auf Grund der Rundgungsvorschrift falsch, und jeder sollte dagegen Widerspruch einlegen.

    Wo aber bleibt die Masse'????????

    Selbst in unserem kleinen Verein ist es nach wie vor so geblieben, dass die damaligen Gründungsmitglieder auch heiute noch die ganze Arbeit machen. Keine Frage, wir machen das auch gerne, aber neue Aktivisten wären uns schon recht angenehm. Mach Du doch mit!!

    Hans-Jürgen Reglitzki

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