Fr

24

Jun

2011

16.00 Uhr Jobcenter Hohenstein-Ernstthal am Donnerstag

Unser Aktiver Andreas musste als Bevollmächtigter seiner Frau um 16.00 Uhr eine Einladung zu einem Termin, wobei über die „beruflichen Situation“ gesprochen werden sollte war nehmen.

Die Vermittlerin Frau Hohtanz und die Teamleitern Frau Malolepszy waren anwesend und ich war als Beistand dabei. Beiden Damen war bekannt, dass gegen die aus Textbausteinen bestehenden Einladungen, die nichts direktes aussagen, als eben nur ein Gespräch über die berufliche Situation und die Bedrohung mit Leistungskürzung Andreas u. seine Frau widersprochen haben.

 

Frau Hohtanz scheint das nicht für voll genommen zu haben und hat diesen mündlichen Widerspruch einfach ignoriert u. die Einladung eben wieder mit, „bei Nichterscheinen, weniger Leistung“ verfasst. Das war der 1. Punkt um den es bei dem Gespräch ging und beide wollten uns klar machen, dass sich da nichts ändern ließe. Irgendwie ist das Jobcenter nach eigener Aussage eine Behörde mit Service, zumindest hat man einen Servicebereich u. dazu auch noch eine Teamleitung, man hat eine Servicehotline, bei Einladungen schreiben, hört der Service auf. Da schreiben wir nicht genau was wir wollen und dann drohen wir noch, nach der Auffassung, dass steht uns so zu.

 

Im eigentlichen Sinn ging es um die EinV die, die Frau von Andreas mit ihrer Vermittlerin abschließen sollte, Frau Malolepszy als Teamleitern konnte es nicht fassen, dass Andreas nicht über die EinV sprechen wollte und versuchte mehrmals die uns bekannten Regularien der EinV zu erklären. Andreas gab nochmals den Hinweis auf eine Einladung in anderer Form, darauf wollte man nicht mehr eingehen und es kam wie es kommen musste, ein VA. Also, hat man durch den VA erst mal etwas in der Hand um in Widerspruch zu gehen und dann die Sache notfalls vor Gericht zu klären. Da in jeder EinV so viele Formfehler enthalten sind, wird der Richter dann entscheiden.

 

Die Fahrtkosten kann man jetzt sofort bar ausgezahlt bekommen, das klingt gut, nur sollte man sehr viel Geduld mitbringen, denn es ist ein zeitaufwendiger Service.

 

Nach dieser sogenannten Einladung, hatten wir noch einen Termin als Beistand, hier war ein Bewilligungsbescheid ausgestellt worden, ohne dass, die Kosten der Unterkunft u. Heizung berechnet waren. Die Betroffene hatte alle Unterlagen beigebracht, als Sie nachfragte warum keine Berechnung erfolgt ist, warf man ihr vor der Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen zu sein.

 

Ihre Leistungssachbearbeiterin hatte festgestellt, dass sie kein Mitquittungsbuch vorgelegt hatte, die Miete wurde beim ALG I-Bezug in bar bezahlt. Alles hatte man angefordert u. auch gewusst das eine Miete in bar gezahlt wird, nur das kleine Buch nicht. Das ist die Vorgeschichte, denn die Betroffene jetzt im ALG II muss nun die Miete überweisen, das hat sie getan, zum Leben war aber nichts mehr da. Es musste nun der Versuch gemacht werden das zu klären, dieses Büchlein vorzulegen, dass sie schon immer Miete gezahlt hatte und da sie ohne Geld war, brauchte sie eine Barauszahlung.

 

Wir machten uns auf den Weg zur Leistungsabteilung, leider war die Sachbearbeiterin Frau Axmann nicht da aber ihre Zimmerkollegin. Schon bei der Frage nach Frau Axmann kam eine mehr o. minder scharfe Antwort „die ist nicht da“ u. was wollen sie denn überhaupt, wir haben hier zu tun, gehen sie in den Servicebereich, melden sie sich da, wow, die Frau Liewald wurde immer lauter u. „netter“, so geht man ja auch mit solchen lästigen Betroffenen um. Vor allem wirkt das ungemein beruhigend auf die schon unter Druck, Angst u. unter Aufregung stehenden Betroffenen.

 

Da es einige Phon zu laut war, oder wie auch immer, ging die Nachbartür des Zimmers von Frau Liewald auf und Herr Nitzsche ehemals Teamleiter Leistung ARGE Zwickau Stadt stand da. In diesem Moment ist mir klar geworden, dass hier keiner ist der eine Deeskalation zu Stande bringt, nein, was auch immer Herr Nitzsche zurzeit für eine Position inne hat, er brüllt die Beistände an u. will ihnen dann zeigen wo es lang geht.

 

Hier kommt dann wieder Frage, was ist in Frankfurt wirklich passiert?


 

Wenn etwas aus dem Ruder zu laufen droht, weil sich Sachbearbeiter nicht im Griff haben u. die Kunden schon mit erhobener Stimme zu dem machen was sie in ihren Augen sind, nämlich Bittsteller, dann kommt noch ein 2. hinzu und gießt Öl ins Feuer.

 

Wie lange soll in dieser Tonart noch mit Betroffenen u. Beiständen umgegangen werden, ich persönlich versuche solche Situationen immer wieder in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen aber die Leistung die Herr Nitzsche gebracht hat war vollkommen daneben und so sind das einfach Provokationen, wann lernen die Mitarbeiter die Deeskalation?

 

Um hier endlich den Schluss zu finden, unsere Betroffene legte dann ihr Mietbuch vor und oh Wunder, weit nach 17.00 Uhr wurde noch eine Barauszahlung angewiesen.

 

Der Umgang mit Betroffenen macht mich mehr als wütend und diese Mitarbeiter sollten eine Maßnahme bekommen, in der sie lernen sich runterzufahren und Fassung zu wahren, denn in diese Behörde geht schon keiner gern u. bei so einer Behandlung kann sich noch einiges zum Negativen entwickeln. Hier möchte ich noch erwähnen, dass trotz eines nicht zustande gekommenen Gesprächs, Frau Malolepszy das gut gelernt hat und sie kann es, Ruhe bewahren, ausgleichend wirken.

 

An alle Betroffenen, jeder der seine Arbeit verloren hat und keine gerecht bezahlte Arbeit bekommt, hat das Recht auf eine Grundsicherung vom Staat. Keiner ist ein Bittsteller, lasst euch nicht so behandeln, wehrt euch gegen menschenunwürdige Behandlung und zeigt endlich auch untereinander Solidarität!!!

 

M. Madaus

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Kommentare: 2

  • #1

    Hans (Samstag, 25 Juni 2011 16:47)

    Da sollte mal wieder jemand um die Kosten der Unterkunft beschissen werden, wie sonst kann man die 360 Grad Drehung mit Barauszahlung sonst verstehen und natürlich die Anwesenheit von Gegenwind, die mittlerweile ein Garant für die Durchsetzung von Betroffenenrechten sind.

  • #2

    Hans-Jürgen Reglitzki (Samstag, 25 Juni 2011 18:13)

    Bravoooooooooooooooo !!!!!!!!

    habt Ihr toll gemacht, und damit wieder einmal bewiesen, dass die Untertanen der Führungsriege in den Jobcentren doch noch zu etwas nutze sind!!!

    Man kann sie als ein schlechtes Beispiel darstellen und zitieren, und auch noch für Schulungszwecke über schlechte Dienstleistungen verwenden.

    Also nochmals BRAVOOOOOOOOOOO und weiter so.

    Hans-Jürgen

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