So

12

Jun

2011

Der Wert des Menschen

Was ist ein Mensch der im Hartz IV-Bezug lebt wert, eine Frage die und der man sich nach den Ereignis in Frankfurt stellen muss. Um nur kurz darauf zurück zu kommen, ein bewilligter Leistungsbescheid aber kein Geld auf dem Konto. Christy Schwundeck die in Deutschland lebende Nigerianerin wollte nur eine Barauszahlung damit sie Geld zum Überleben hat.

Sie bekam es nicht, wie es so oft ist, genau den Stil haben die Jobcenter hier im Landkreis Zwickau auch drauf. Mitarbeiter die sich einfach über alle Regularien und auch noch Gesetzgebungen hinweg setzen und die Betroffenen behandeln, wie Herrscher im Feudalismus ihre Untertanen.


Diese Woche kam ein Anruf eines alleinerziehenden Vatis, der sich am Telefon kaum noch beherrschen konnte und berichtete, dass sein Sohn kein Mittagessen mehr in der Schule bekommt.

 

Grund dafür ist, die Untätigkeit der Bearbeitung der Anträge für die Kostenübernahme aus dem so hochgelobten „Paket für Bildung und Teilhabe“ unserer Ministerin für „Theorie ohne Praxis“ von der Leyen.

Wie geht es weiter mit dem Alleinerziehenden, er wendet sich an das Jobcenter, denn dort hat er die Anträge abgegeben, die Antwort ist: „sie müssen Geduld haben so schnell geht das nicht“ und ob das gewährt wird ist ja noch nicht klar. Der Sohn bekommt aber schon 1 Woche kein Essen, der Vati holt dann für sich und seinen Sohn 1 Portion Essen beim Fleischer um die Ecke, da ist es billig. Der Vati wollte das Geld vom Hartz IV seinem Sohn gern zukommen lassen, damit er wie andere Kinder in der Schule essen kann.


Das Geld hat er aber nicht mehr, weil er für den Schulausflug in Vorkasse gehen musste, damit sein Sohn nicht zu Hause bleiben muss oder in der Zeit des Ausflugs noch in eine andere Klasse gehen muss. An dieser Stelle muss eingefügt werden, dass das Kind eine Lernförderschule im Landkreis besucht und der Vati sich um seinen Sohn kümmert und alles versucht, dass er mit den anderen Kindern mithalten kann.


Um den allen noch die Krone aufzusetzen, wurde der Vater noch sanktioniert, weil er nicht so funktioniert hat, wie es sein Sachbearbeiter wollte. Der Vater hatte sich auf ein Jobangebot nicht beworben, dass das Angebot nach Aussage des Vaters nicht gepasst hat, weil er sich noch um den Sohn kümmern muss, werde ich hier nicht beurteilen. Dem Sachbearbeiter ist die Problematik bekannt aber das interessiert nicht, das ist dann der Wert des Menschen, bei Sanktionen von 30% noch eine Meldung ans Jugendamt, damit noch mehr Druck aufgebaut wird.

Was soll man einen Menschen am Telefon sagen, der am nächsten Tag noch zu dem Sachbearbeiter muss und eine neue EinV bekommen soll, den Termin lieber nicht wahrnehmen möchte, einfach aus Angst, nicht aus Trägheit heraus.

Er hat einige Tipps bekommen um ihn vor Leistungskürzungen zu bewahren, muss er den Termin schon wahrnehmen und er soll sich nicht kleinmachen lassen, leider war ein Beistand zeitlich nicht möglich.


Am Ende des Telefonats sagte er, ich hab jetzt etwas Mut bekommen, weil sie zugehört haben und meine Probleme nicht einfach so abgetan wurden. Das ist das Schicksal eines Hartz IV-Betroffenen von denen es zig Tausende gibt. Wenn die Bearbeitung der Anträge noch Wochen dauert, um an das zustehende Geld aus dem Bildungspaket zu kommen, wie soll denn der Sohn dann zum Mittagessen kommen? Wem wundert es denn noch, wenn Betroffene am Ende des Hartz IV-Tunnels stehen und dann ausrasten, weil kein Geld mehr da ist, weil sie vielleicht die Wohnung verlieren usw.

 

Am Ende des Beitrages noch ein paar Zeilen nachzulesen bei www.gegen-hartz.de:

 

Bezogen auf das “Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt” (“Hartz-IV”) und die Motive derjenigen, die bis heute davon profitieren, definieren solche Tatbestandsmerkmale nichts anderes, als das Delikt eines politisch organisierten Raubmords. Auch wenn die Mitarbeiter oder Verantwortlichen des Frankfurter Jobcenters den Tod von Christy Schwundeck nicht vorsätzlich herbeigeführt haben, so haben sie ihn doch aus blindem Gehorsam gegenüber ihren politischen Auftraggebern billigend in Kauf genommen. Hartz-IV ist ein Kapitalverbrechen gegen die Menschlichkeit, verübt an rund 7 Millionen Menschen, dass sich von den abscheulichen Gräueltaten der Nazis, Stalinisten oder sonstiger Gewaltregime nur noch graduell unterscheidet. Wer das nicht kapiert, sondern Rechtfertigungen dafür findet, dass Menschen verhungern oder für 10,- Euro in “Notwehr” erschossen werden (dürfen?), macht sich selbst zum Mitläufer und wird wohl auch künftig “über Leichen” gehen. (jw)

 

Das stand unter einem Beitrag zum Tod der Nigerianerin Christy Schwundeck. Werden die Menschen im Bezug von Hartz IV wertlos? Kann mit Ihnen gemacht werden wie die Sachbearbeiter Lust u. Laune haben? Vor dem was noch kommen kann, wird einem übel, bieten wir dem Einhalt, halten wir dagegen, keiner sollte sich von seinem Sachbearbeiter wie ein Bittsteller behandeln lassen, jeder Betroffene hat eine Würde u. die sollte er sich nicht nehmen lassen.

WER SICH WEHRT LEBT NICHT VERKEHRT!

 

M. Madaus

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Kommentare: 3

  • #1

    Theodor (Dienstag, 14 Juni 2011 15:55)

    Genauso isses. Und daher sollten Erwerbslose en masse zu dieser wichtigen Demo auf Gruppenticket nach Frankfurt am Main kommen. Heute Christy, morgen DU?
    Wehret diesen Anfängen. Auch Beistände wären ggf. mit erschossen.

  • #2

    Theodor (Dienstag, 14 Juni 2011 15:56)

    Demo ist am Samstag, 18.06.2011 um 13:00 Uhr ab Hauptbahnhof!!!

  • #3

    Hans-Jürgen Reglitzki (Mittwoch, 15 Juni 2011 12:16)

    Moin,

    leider ist es wohl in jedem Jobcenter Deutschlands so. Menschen, denen Wasser bis zum Hals, oder schon höher steht, bitte um Hilfe, und die Sachbearbeiter lehnen es ab. Es gibt dann das Angebot der Lebensmittelgutscheine, aber damit kann man den Bus nicht bezahlen, die Medikamente in der Apotheke nicht usw. usw..

    Vielleicht sollten wir uns angewöhnen die Polizei anzurufen damit wir die nötige Unterstützung bekommen, und um die Anzeigen gegen die Sachbearbeiter zu schalten. Wir sollten alle auf eine Anzeige bestehen bei der Polizei bestehen, wenn kein Geld in der Not zur Auszahlung kommt.

    Ich bin mir fast sicher, dass dann die SB´s schlotternde Knie bekommen, oder wie bereits schon mal in der alten ARGE Zwickau Stadt geschehen, fluchtartig das Gebäude verlassen wird. Viele Mitarbeiter der Jobcenter benehmen sich gegenüber den Erwerbslsoen schikanös, unhd führen sich getreu dem Motto

    EURE ARMUT KOTZT MICH AN!!!!!

    auch so hinter ihren Schreibtischen auf.

    Wenn wir also mit unserem Anliegen, der Hilfe für Hartz-IV-Emfpänger, im Jobcenter
    nicht weiter kommen, dann sollten wir nicht länger mit dem Anruf bei der Polizei warten.

    Anders werden wir keine Regelung in unserem Sinne erreichen.

    Hans-Jügen

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