So

22

Mai

2011

Jobcenter Zwickau macht mobil

Am 19.05.11 wurden wir von einer Hartz IV-Betroffenen u. deren Ehemann um Beistand im Jobcenter Zwickau Werdauer Str. gebeten.

 

Die Betroffene hat eine Arbeit gefunden im 3 Schichsystem mit einer täglichen Fahrtstrecke von ca. 70 Km. Um diesen Job antreten zu können ist ein Auto notwendig. Das Geld dafür, kann man sich im Hartz IV-Bezug nun mal nicht ansparen, also fragte man im Jobcenter nach, wie es mit einer Übernahme der Finanzierung aussieht und welche Möglichkeiten es gibt.

 

Die Ansprechpartnerin/Vermittlerin Frau Strobel hatte nach mehreren Vorsprachen u. Antragstellung auf Kostenübernahme 1500 EURO für angemessen gehalten. Der Ehemann der Betroffenen, ein Mann vom Fach KFZ-Ingenieur hat sich natürlich informiert, was für 1500 EURO so zu haben ist. Denn schließlich sollte seine Frau den 1. Lohn nicht in die nächste Werkstatt bringen.

Mit Frau Strobel kam er nicht weiter, die 1500 standen fest. Er hatte festgestellt, dass unter 2500 EURO kein Auto, das nicht nach den 1. Kilometern stehen bleibt zu bekommen ist.

 

Kommen wir jetzt zu der Vorsprache am 19.05. wobei nochmals klargestellt werden sollte, dass die gebotene Summe nicht ausreichend ist.

Frau Strobel war nicht an ihrem Platz, Auskunft vom Kollegen „sie kommt gleich“, warten sie bitte. Wir haben gewartet, denn am nächsten Tag wollte der Arbeitgeber wissen ob er mit der Frau rechnen kann, ansonsten wäre der Job weg. Nach einer Weile wurden wir dann in das Nachbarzimmer von Frau Strobel, zu Frau Pallmann geschickt. Da waren alle Unterlagen und es wurde nochmals klar gestellt, dass eine Summe von 1500 EURO nicht reicht um ein einigermaßen noch gutes Auto zu bekommen.

Frau Pallmann hat wie soll es anders sein, natürlich erstmals den Jobcenterstandpunkt vertreten, war aber dann doch bereit mit den Vorgesetzten zu sprechen. Das Ergebnis war 2500 Euro sind schon möglich aber das Auto sollte gekauft werden u. die Rechnung ans Jobcenter gehen und dann würde das Geld überwiesen.

Nun war erst mal wieder Stopp angesagt, denn das ging nicht, die Händler wollen Bares sehen. Da würde aber die Technik des Auszahlungsautomaten nicht mitspielen, 2500 in bar zahlt der Automat nicht aus. Uns wurde dann erklärt, auf eine Speicherkarte gehen nur 1500 EURO, der Tipp vom Beistand war dann, eine Karte mit 1500 und eine Zweite mit 1000 muss doch gehen.

Wieder wurde Rücksprache über das technisch machbare mit einem Kollegen genommen, hurra es geht.

Es wurden noch ein paar Unterlagen fertig gestellt und auch auf die EGV der Frau wurde als Notiz vermerkt, dass sie 2500 Euro bekommen hat, was interessiert die EGV wenn ich in Arbeit gehe und das Jobcenter endlich vergessen kann.

Wo war aber denn nun die ca. 2 Stunden Frau Strobel abgeblieben, überlässt sie etwa unangenehme Aufgaben anderen Kollegen oder hat sie sich nicht mehr getraut, denn mit dem Beistand kann sie nicht so umgehen, wie es vermeintlich ihre Art ist. Frau Pallmann hat sich bemüht, das sollte anerkannt werden und der Frau ist geholfen, sie kann ihren neuen Job beginnen und dazu alles Gute.

 

Als Reminiszenz, wenn man etwas wirklich will und braucht, dran bleiben und den Standpunkt vertreten, denn wir haben mehr Rechte als uns zugestanden werden.

 

M. Madaus

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Kommentare: 1

  • #1

    thom (Freitag, 15 Juli 2011 00:54)

    KLASSE! Alles Gute auf diesem Weg!

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