Mo

16

Mai

2011

Am Samstag gefunden bei http://www.gegen-hartz.de

CSU Ministerin: Zu wenig Leidensdruck bei Hartz IV

Die bayrische Arbeits- und Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) fordert härtere Sanktionen bei Hartz IV. Nach ihrer Ansicht, gebe es bei Hartz IV noch „zu wenig Leidensdruck“ für die betroffenen Menschen.

 

Mehr Leidensdruck und schärfere Sanktionen

Was macht man, wenn man eigentlich keine härteren Sanktionen mehr fordern kann, weil bei Hartz IV die ALG II Regelleistungen sowieso schon bis auf Null gekürzt werden können? Ganz einfach man fordert trotzdem härtere Strafen, damit auch der letzte Stammtisch etwas zum grölen hat. In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" forderte Bayerns Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) schärfere Sanktionen gegen Hartz IV Bezieher. Ihrer Meinung nach, gebe es eine „hohe soziale Absicherung bei uns“ und dabei „offensichtlich zu wenig Leidensdruck“. Hartz IV dürfe in Deutschland nicht zum „Lebensstil werden“, fügte die Ministerin hinzu. "Die Gesellschaft kann sich das Motto, 'wer arbeitet ist doof' nicht gefallen lassen."

 

Zwar wisse auch sie, dass die ALG II Leistungen bis auf Null Euro gekürzt werden können, wenn ein Jobangebot ohne hinreichende Gründe abgelehnt werde, doch hier sieht Haderthauer anscheinend eine noch nicht ausreichend bearbeitete Sanktionslücke, um Hartz IV Betroffene noch mehr zu drangsalieren. "Wer aber den Arbeitsplatz annimmt und nach zwei Wochen wieder ausgestellt wird, weil er unpünktlich und mit ihm nichts anzufangen ist, kann nicht mit Sanktionen belegt werden". Haderthauer verlangt nun von der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Katalog von Strafen deutlich zu erweitern. Zudem müssten die derzeitigen Arbeitsmarktinstrumente erweitert werden, um „Langzeitarbeitslose zurück in die Arbeit“ zu bringen. Neben der Jobsuche sollen Jobcenter-Mitarbeiter auch eine Art „Lebenskompetenz“ beibringen, wie beispielsweise den „Umgang mit Haushaltsgeld“.

 

Übrigends können und werden ALG II-Bezieher, wenn sie einen zumutbaren Job durch Eigenverschulden verlieren, sehr wohl sanktioniert und zwar seit Anbeginn von Hartz IV im Jahr 2005 (§ 31 Abs. 1 S. 1 Nr. 1c SGB II i.d. bis 30. März 2011 gültigen Fassung und § 31 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 SGB II i.d. seit 01.04.2011 gültigen Fassung).

 

Stammtischparolen gepaart mit Dummheit

„Die Äußerungen der CSU Arbeitsministerin sind nicht mehr an Dummheit zu toppen“, empörte sich Sebastian Bertram von der Initiative gegen-hartz.de. „Die Ministerin zeigt, wie hoch ihre Stammtisch Kompetenz ist und wie wenig sie von Arbeitsmarktpolitik versteht.“, fügte Bertram hinzu. Die Forderungen gehen nämlich an der Wirklichkeit vollends vorbei. Hartz IV Betroffene brauchen keine Hilfe beim Haushaltsgeld, sondern einen Armutsfesten Regelsatz. Der Ruf nach mehr Sanktionen ist der erneute Versuch Betroffene auf schärfste zu diffamieren. Die neusten Statistiken zeigen, dass immer mehr Menschen Hartz IV beziehen, obwohl sie einen Arbeitsplatz haben und trotzdem zu wenig verdienen. „Statt Stammtisch- Parolen zu schwingen, sollte die Politik endlich einen flächendeckenden Mindestlohn einführen“. Doch hierbei wird wieder„Rücksicht auf die Wirtschaft genommen und lieber einmal mehr gegen die gehetzt, die sowieso keine Lobby besitzen. (gr)

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Kommentare: 2

  • #1

    M.Madaus (Montag, 16 Mai 2011 10:49)

    Diesen Beitrag wollen wir vorerst unkommentiert lassen, gespannt sind wir auf die Meinungen unserer Leser.

    Nur meine persönliche Meinung: diese Ministerin (ist nicht die einzige mit dem Gedankengut) sollte man eigentlich nur noch im tiefsten Bayrischen Wald mit den Wölfen heulen lassen u. das ist dann auch vielleicht noch Tierquälerei.

  • #2

    Hans-Jürgen Reglitzki (Montag, 16 Mai 2011 14:41)

    Moin, moin aus dem Norden,
    na lange haben wir warten müssen. Seit unserem kleinen Tsunami (Guido Westerwelle) und dem neuen Bestsellerautor der SPD, Thilo Sarrazin, mit seinem "Deutschland schafft sich ab", musste doch endlich wieder etwas in Richtung Schikane gegen die Hartz-IV-Empfänger losgetreten werden. Frau Haderthauer hat es geschafft noch vor der Sommersitzungspause schon jetzt das Sommerloch zu stopfen.
    Ach, sorry, sie will ja nur schärfere Sanktionen für die ALG-II-Bezieher. Die "anderen Hartz-IV-Bezieher" hat sie noch nicht auf dem Kieker. Lange wird es auch nicht mehr dauern, bis auch die "kranken Hartz-IV-Empfänger" sanktioniert werden, weil sie einfach auch faul sind und sich drücken. Eigentlich fehlte da nur noch der Hinweis von Frau Haderthauer, dass doch diese Menschen in Sammellazeretten behandelt werden können, weil es doch auch darunter viele Drückeberger gibt.

    Ich bin darüber sehr enttäuscht, dass eine Partei, die das Wort "CHRISTLICH" in ihrem Parteinamen trägt, solche Menschen in Führungspositionen etabliert hat. Angefangen von einem falsch erworbenem Doktortitel bis hin zu noch höheren geforderten Sanktionen gegen die ALG-II-Bezieher frage ich mich so langsam, ab wann die Hartz-IV-Empfänger das Logo der Agentur für Arbeit, für alle Anderen sichtbar auf der Brust oder am linken Arm, tragen müssen!!!

    Vielleicht hat Frau Schaderthauer in der Schule im Fach Geschichte, und da besonders in der "Deutschen Geschichte", nicht aufgepasst, oder sie hat gefehlt. Im 3. Reich mussten schon einmal Menschen ein sichtbares Zeichen ihrer Abstammung tragen.

    Wir alle, wahrscheinlich außer Frau Schaderthauer, wissen was damals mit diesen Menschen leider passierte! Muss denn die Hetze gegen die schon eh arg schikanierten Hartz-IV-Empfänger schon wieder los gehen?????

    Durch diese verbale Entgleisung Frau Schaderthauers, hat sich als Mensch, und in meinen Augen erst recht als Führungskraft, disqualifiziert. Sie gehört abgeschafft und in die Versenkung.
    Pfui Deibel!!!!

    Hans-Jürgen Reglitzki

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