Sa

14

Mai

2011

Bewilligungsbescheid aber keine Kosten der Unterkunft

Ein Ehepaar, dass schon viele Jahre unter der Vorgehensweise der ARGE/Jobcenter gelitten hat, bat uns am 12.05.11 um Beistand. Der neue Bewilligungsbescheid der BG, sah für die Frau die Regelleistung vor, in Anrechnung der Minirente des Mannes, leider hatte die Leistungssachbearbeiterin Frau Sambo die Kosten der Unterkunft einfach nicht mit berechnet.

 

Es kam also nur noch eine geringe Summe zur Auszahlung. Alle erforderlichen Unterlagen waren beigebracht, eine Berechnung erfolgte aber nicht, weil Frau Sambo irgendwie noch etwas überprüfen wollte und die Unterlagen nochmals anforderte. Punkt um, es fehlte Geld und das, war der Sinn des Beistandes, die fehlende Summe im Rahmen einer Barauszahlung zu bekommen.

 

Es stand auch eine akute Notsituation im Raum. Im „Schnelldurchgangsbüro“ der Eingangszone in der wir zuerst warten mussten, war eine ziemlich aufgeheizte Stimmung. Es ging sehr langsam voran u. einige Leistungsbezieher waren empört, dass sie ohne Personalausweis nicht angenommen wurden. Für uns war das neu, denn bei den letzten Beiständen der Woche, war uns das nicht einmal zu Ohren gekommen, dass von einem Leistungsbezieher der „Perso“ verlangt wurde.

Die Teamleiter oder die weiter oberen Etagen sollten sich mal einig werden, was ,wie, wo gemacht wird, denn es nennt sich nun mal alles Jobcenter Zwickau.

 

Nachdem wir im Schnelldurchlauf die untere Büroetage durchlaufen hatten, wurden wir zur Teamleiterin Frau Fleischmann geschickt. Da Frau Fleischmann in vielen Dingen schnelle Entscheidungen trifft, waren wir diesmal mehr wie enttäuscht. Es war der Tag des NEIN, wir können nicht, wir wollen nicht, obwohl eine Berechnung hätte durchgeführt werden können und die KdU im Bescheid hätte stehen können, wollte man einfach nicht, da alles nochmal auf Grundlage der neuen, alten Unterlagen geprüft werden sollte.

Da aber das Geld nun mal fehlte und wir die Barzahlung forderten gab es ein schon sehr kontroverses Gespräch zwischen Teamleiterin und Beistand. Die zustehenden Leistungen sollten erst mal verweigert werden, weil vielleicht zu hoch berechnet worden ist usw., auf die Einwände der Betroffenen, das Zahlungen für Wasser u. Abwasser zu tätigen sind wurde nicht eingegangen. Die Leistungsachbearbeiterin Frau Sambo war ziemlich still geworden, vielleicht auch deswegen, weil sie bestimmt hatte, wenn der Öltank wieder gefüllt werden darf, sollte das vor August erfolgen, dann wolle sie keine Kosten übernehmen.

Das ganze hatte noch einen bitteren Beigeschmack, denn die Betroffene musste am 13.05., also am nächsten Morgen zur OP und dass, da auch eine psychische Anspannung da war, hat sich dann auch bemerkbar gemacht. Nach mehreren Einwänden des Beistandes, wurden dann 50,00 € geboten in Bar, da das zu gering war, konnten wir uns dann auf 100,00 € einigen.

Das ganze kontroverse Gespräch, das in einigen Momenten auch durch das Kategorische Nein von Frau Fleischmann in Teilen vollkommen daneben war hätte nicht zu sein brauchen, wenn eine normale Berechnung gemacht worden wäre.

Bei der Überprüfung wird sich ja klären ob zu viel oder zu wenig gezahlt wurde und dann geht das auch soweit in Ordnung, denn dann ist es nachvollziehbar.

 

Als Nachtrag, Frau Sambo hat die Betroffene am 13. beim Einkaufen getroffen, da war ja die OP geplant. Die Betroffene hat mich aus Angst angerufen, denn man hat sie am Morgen im KKH wieder nach Hause geschickt u. für Montag neu bestellt, keine freien OP-Kapazitäten am 13.

Es ist schon Besorgniserregend, wenn Menschen dann noch sagen: „meine Leistungssachbearbeiterin hat mich gesehen, was wird sie wohl nun denken“?

 

M. Madaus

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Kommentare: 1

  • #1

    Hans-Jürgen Reglitzki (Montag, 16 Mai 2011 15:45)

    Danke Moni für den Beistand. Seit dem ja das modernere Wort "Jobcenter" eingeführt wurde, ob wohl ich verstehe den Sinn darin nicht, geht es bei den "ARGEn" ganz schön rund.

    Aber was noch viel schlimmer ist, dass ist die Situation, dass die Leistungsempfängerin Angst hat, weil sie von ihrer Sachbearbeiterin beim Einkaufen gesehen wurde, und das auch noch an einem Tag an dem sie eigentlich im Krankenhaus ein sollte.

    Na da haben wir doch wieder den Beweis - das 3. Reich hat uns doch schon wieder eingeholt!!!

    Hans-Jürgen Reglitzki

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