So
10
Apr
2011
Ausbildung abgeschlossen und dann?
Langfristig sei jeder Cent für die Bildung „heute klug investiert, weil gut ausgebildete Kinder später Steuern zahlen, dieses Land voranbringen und unser Alter finanzieren“. Diese Aussage stammt, wie könnte es anders denn sein, von Frau von der Leyen.
Es ist alles im allen nur eine Aussage, denn die Wirklichkeit sieht anders aus. Unsere Politiker denken so:
wer eine Ausbildung sucht, ist in den nächsten Jahren gut dran. Denn im vergangenen Jahr gab es wieder mehr Ausbildungsplätze als Bewerber in Deutschland. Was sich für uns toll anhört, ist für Betriebe ein echtes Problem.
In manchen Berufen herrscht schon jetzt Fachkräftemangel – etwa in der Pflege oder auch der Informatik. Der Grund: Die Bevölkerungszahl sinkt, es gibt immer weniger Schulabgänger. Laut Berufsbildungsbericht der Bundesregierung sind im vergangenen Jahr 19.605 Ausbildungsstellen in ganz Deutschland frei geblieben – das sind 2350 mehr als noch 2009.
Deswegen wurde im Herbst ein Pakt für Ausbildung zwischen Bundesregierung und Wirtschaft geschlossen. Dessen Ziel ist es, lernschwache und sozial benachteiligte Schüler zu fördern, denn die hatten in den vergangenen Jahren kaum eine Chance auf Ausbildungsplätze. 60.000 Hauptschüler sollen von Berufseinstiegsbegleitern von der siebten Klasse an betreut und anschließend in Betriebe vermittelt werden.
„Wir müssen alle Potenziale nutzen, um den Fachkräftebedarf zu sichern“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan, „das sind wir auch den Jugendlichen schuldig, denn eine gute Ausbildung ist immer noch die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.“
So nun ist es genug mit Politikeraussagen, kommen wir zurück in die Wirklichkeit, nicht jeder bekommt einen Ausbildungsplatz, den Wunschplatz zumeist gar nicht, also umorientieren und zur Berufsberatung, am Ende kann ein Ausbildungsplatz stehen. Viele landen in einer schulischen Ausbildung mit etwas Praktikum, siehe die Ausbildungen Hauswirtschaft, Diätassistent/in, Pflegeassistent/in usw. alles ohne wirkliche Praxiserfahrungen. Was passiert mit denen die den Abschluss schaffen und sich dann bei den entsprechenden Arbeitgebern bewerben, die Antwort bekommen die jungen Menschen fast überall, mit ihrer Ausbildung können sie nur eine Helfertätigkeit ausführen, sie haben keine Praxis. Mit anderen Worten war die Ausbildung nutzlos, denn zumeist landen die jungen Menschen erstmals in Hartz IV, oder werden dann zwischenzeitlich im Freiwilligen Sozialen Jahr o. ä. geparkt.
Betriebliche Ausbildung oder Ausbildung im Handwerk, sieht es da besser aus? Es wird ausgebildet, betriebliche- u. handwerkliche Ausbildung erfolgt zumeist in der dualen Ausbildung, d. h. Praxis u. Schule kombiniert. Was steht aber am Ende der Ausbildung, das Dilemma ist, dass Ausbildungsplätze gefördert werden und trotzdem keine Übernahme nach Abschluss in den Betrieb gewährleistet wird.
Also zumeist auch da, vorerst nichts, Meldung beim Amt, Kampf um eine eventuelle 2. Ausbildung oder Hilfsjobs. Die theoretischen Gegebenheiten hören sich alle gut an, wie z. B.:
Ausbildung ist eine gute Investition in die Zukunft. Demografie bedingt werden sich zukünftig immer weniger Jugendliche um Ausbildungsplätze bewerben. Bereits in diesem Jahr gilt es, die künftigen Nachwuchskräfte zu sichern, die bei einer anziehenden Konjunktur dringend benötigt werden. Die Partner des Ausbildungspaktes appellierten anlässlich des "Tag des Ausbildungsplatzes" an alle Unternehmen allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Ausbildungs- oder Qualifizierungsangebot zu machen.
Diese Aussagen kommen dann immer wieder aus den Reihen der Politik und Wirtschaft, wieder bleibt die Frage offen, warum landen soviel Jugendliche mit einer Ausbildung in Hartz IV?
Es klingt alles gut, wenn aber am Ende der Ausbildung kein Job zu haben ist, keine Übernahme erfolgt, dann ist es um die Zukunft unserer Jugend nicht gerade gut gestellt.
Der Beitrag bezieht sich nicht auf Vollständigkeit, es ist ein Umriss der bekannten Sachlage.
M.Madaus
Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg







