Fr
17
Dez
2010
Langzeitarbeitslose werden aktiviert (Tatort Zwickau)
Vorwort
Es gibt kaum Kritik oder Widerstand gegen, von der Leyens Pläne Hartz IV Bezieher zur „Bürgerarbeit“ zu verpflichten. Verpflichten heißt hier, wenn ein Langzeitarbeitsloser zu dieser Zwangsmaßnahme NEIN sagt wird er sanktioniert u .das dann solange bis er diese Arbeit angenommen hat.
Nochmal zum genauen Verstehen für die, die denken ach, das ist doch etwas Gutes, es ist eine Zwangsarbeit für einen Hungerlohn. Der Bürgerarbeiter soll 900 Euro brutto monatlich bekommen (davon werden noch Steuern, Rentenbeiträge und Krankenkassenbeiträge abgezogen), es verbleiben ca. 675 Euro. Noch sind wir nicht soweit, noch steht das Modell in der sogenannten Aktivierungsphase und zu dieser gibt es einiges zu berichten.
Soviel noch, Kommunen und Städte sind ganz scharf auf die Vergabe, denn die sogenannten Bürgerarbeiter setzt man einfach da ein, wo reguläre Jobs geschaffen werden müssten. Es gibt Zuschüsse vom Bund, die Statistik sieht gut aus, Arbeit gibt es keine, also schaffen wir den Niedriglohnsektor, das ist auch eine Leyen-Taktik.
Bericht
Ein Eiferer in der Richtung ist Noch-Geschäftsführer der ARGE Zwickau-Stadt, Klaus Große. Er hat sich erfolgreich am sogenannten Interessenbekundungsverfahren zur Durchführung des Modellprojektes Bürgerarbeit beteiligt. Das eingereichte, vierstufige Konzept wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales positiv bewertet. Noch-Geschäftsführer Große erwartet eine Eingliederung von ca. 150 bis 200 Bürgerarbeitern für Zwickau, die aber auch ca. 500 Aktivierungen von SGB II Kunden notwendig macht. Ziel der Aktivierungsphase ist die Integration in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. So Große im Interview bei Zwickau TV.
Hier geht der „Spaß“ so richtig los, 6 Monate Aktivierung, dafür werden Maßnahmeträger gebraucht. Einer war die GBF in Glauchau und ein weiterer ist jetzt bekannt geworden, FAW in Zwickau, im vollen Namen „ Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGMBH“, klingt so positiv, dass keiner daran denkt was wirklich abgeht.
FAW
Wir über uns
Das Ausbildungszentrum Zwickau der FAW Akademie Chemnitz (AZZ) ist ein gemeinnütziges Ausbildungs-, Fortbildungs- und Beratungszentrum für die Industrie, das Handwerk, den Handel und das Dienstleistungsgewerbe.
Unsere Kunden
* Ausbildungsbetriebe und deren Auszubildende
* Groß-, Mittel- und Kleinbetriebe im In- und Ausland
* Bundesagentur für Arbeit sowie Landes- und Bundesministerien
* im Berufsleben stehende Arbeitnehmer
* Arbeitssuchende, aber auch sozial benachteiligte Menschen sowie Rehabilitanden.
So die Website des Unternehmens und dann Aktivierungsmaßnahmeträger für zwangsverpflichtete Langzeitarbeitslose, später dann Bürgerarbeiter.
Was macht das FAW für Angebote? In der Aktivierung wird gekocht, gebastelt, gewandert, Regale ein- u. ausgeräumt, Bewerbungen geschrieben u. Tischtennis gespielt.
Mit anderen Worten heißt das, Gebiet Hotel/Gaststätten lernt kochen, natürlich gesund und das muss man nicht nur schmecken sondern sehen. Wie geht das nun wieder, indem eine Tafel gebastelt wird mit gesunden Obst u. Gemüse, < Kita wo bist du >.
Spedition/Logistik, da werden eben Regale mit Büchern bestückt u. dann wieder entfernt. Fragt ein Aktiver nach dem Gabelstaplerschein, den er bestimmt gebrauchen kann, ist das zu teuer diesen zu erwerben.
Metallbearbeitung, Fachgebiet 3, hier wird gefeilt was das Zeug herhält, vielleicht darf in ein Werkstück auch mal gebohrt werden aber so ist nichts.
Oh, doch Sport, es wird gelaufen, gelaufen bis einige schon etwas ältere Teilnehmer am Ende sind, nicht zu vergessen das Tischtennisspiel, das auch zur Aktivierung gehört.
Das Ganze bekommen die Teilnehmer in einer EGV auf die Nase gedrückt, dass sie ja Sanktionsreif sind, wenn sie sich quer stellen.
In einer Studie wird darauf hingewiesen, dass sich Bürgerarbeit an den Fähigkeiten u. Kenntnissen der einzelnen Teilnehmer orientieren soll. Der BA zufolge sollen auch keine regulären Beschäftigungsfelder durch Bürgerarbeit unterlaufen werden. Es sollen gemeinnützige Beschäftigungen akquiriert werden, um auf sinnvolle Tätigkeiten verweisen zu können. Diese Worte hören sich an wie „Grimms Märchen“, denn sie haben mit der Wirklichkeit nicht das Geringste zu tun.
Allen rekrutierten Teilnehmern wünschen wir, die Fähigkeit zu solchen Zwangsmaßnamen endlich NEIN zu sagen, die Unterschrift unter die EGV zu verweigern und sich an die Sozialrechtsprechung zu wenden.
Der Einzige der hier wieder verdient, ist der Maßnahme Träger, der mit einem Minimalaufwand versucht die Teilnehmer/Bürgerarbeiter durch die Aktivierung zu schleusen, siehe FAW Zwickau.
M.Madaus
Kommentare: 3
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#1
Da haben wir es wiedermal. Zu Zeiten des Nationalsozialismus nannte sich das Zwangsarbeit. Nun nennt es sich Bürgerarbeit. Im Mittelalter war es die Sklavenarbeit. Ich bin gespannt wann mal jemand auf die Idee kommt die sogenannten "Bürgerarbeiter" in ein geschlossenes Lager einzusperren um Miet und Betriebskosten zu sparen. Mir kommt allmählich die galle hoch. LEUTE WEHRT EUCH. MIT ALLEN MITTELN!! Es ist eine Schande.
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#2
Sich zu wehren ist kein Ding der Deutschen . Wir sind die dümmste Nation der Welt , und so lange es immer noch Leute gibt , die vor jeder großen Fußballscheiße zum überteuerten Sprit noch dämliche Fähnchen kaufen und ihre Schüssel damit drapieren , und dann noch lauthals Deutschland Deutschland schreien , wird sich hier auf keinem Sektor etwas ändern !!! Die staatlich geförderte Brot und Spiele-Politik zog schon vor 2000 Jahren , und wird dies noch weiterhin tun ! eben PANEM ET CIRCENSIS ............
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#3
Dieser Dreck gehört flächendeckend Ausgerottet.

Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg






