So

10

Okt

2010

Wochenbericht 40. Kalenderwoche

Ein Bericht der vielleicht betroffen macht, wir von Gegenwind sind es auf jeden Fall. Es zeigt uns wieder, dass Hartz IV psychisch krank macht, dass es einen Menschen in eine schlimme Lebensphase treiben kann.

Dieser Mensch besteht dann nur noch aus Angst vor all dem was auf ihn zukommt, z. B. Post. Diese wird dann nicht mehr geöffnet und einfach weg gelegt aus den Gefühl der Angst heraus. In der vergangenen Woche mussten wir das wieder einmal erfahren, dass lebenserfahrene Menschen, vollkommen zusammenbrechen und keinen Ausweg mehr sehen.

 

Ein Erwerbsloser mit einem Stapel ungeöffneter Post erschien in der Sprechstunde, ohne ein Wort legte er die Post auf den Tisch. Nach geraumer Zeit hat er dann um Hilfe gebeten, was ihm sichtlich schwer viel. Die Leistung war gestrichen, Sanktionen wegen Meldeversäumnissen u. a.

Am Donnerstag haben wir dann versucht die Probleme im Bereich ARGE zu klären. Für den Mann war das ein Schritt den er allein nie gewagt hätte. Seine Vermittlerin hat am Anfang unseres Gesprächs zuerst alle Register der Verfehlungen gezogen, obwohl sie hätte merken müssen, wie es um ihren Gegenüber stand. Nach Hinweis von uns, hat sie dann den Fallmanager hinzu gezogen, was hier die beste Lösung war und auch sofort einiges zur Klärung kam.

Im Anschluss an das 1. Gespräch, sind wir bei der Leistungsabteilung vorstellig geworden, hier auch das erste Wort gleich ein „Hammerschlag“ Leistungskürzungen, die Sachbearbeiterin hier war informiert über den Zustand des Erwerbslosen. Diese Worte hätten in dem Fall nicht sein müssen, da der Mann schon keine Leistungen mehr bekommen hatte und nun gleich mit Forderungen belegt wurde. Erst nach einem Hinweis, der wieder von uns kommen musste, kam die Leistungssache soweit in Ordnung, dass wieder Geld fließt und er zumindest etwas zu Essen kaufen kann. Die erfolgte Barauszahlung war eine große Hilfe.

Sichtlich erleichtert, dass erst einmal die 1. Schritte eingeleitet waren, hat sich der Mann dann auch entschlossen psychologische Hilfe anzunehmen. Wir werden ihn noch ein kurzes Stück des neuen Weges begleiten, vor allem natürlich in Sachen ARGE.

 

Ein weiterer Fall am gleichen Tag, eine EGV ohne Unterschrift, die Erwerbslose konnte die ausgestellte EGV so wie sie ihr vorgelegt wurde, nicht unterschreiben. Diese Angelegenheit brauchte viel Zeit, hier hat sich die Vermittlerin Mühe gegeben, alles was sie sagen muss uns zu erklären. Nur es kam einfach nicht so an, denn da dieser sogenannte Vertrag an sich, eine Sinnlosigkeit ist, denn alles was drin steht ist im SGB II festgeschrieben, also braucht man nicht noch einen Vertrag oder Vereinbarung. Die Verhandlungen zogen sich dann ca. 2 Stunden hin, wobei gesagt werden muss, die Vermittlerin blieb immer ruhig u. sachlich in ihrem Sinn.

Beide Fälle wurden in der ARGE Zwickau Stadt geklärt, es gibt auch da Mitarbeiter die ihre Arbeit gut machen.

 

In wie weit das vom Geschäftsführer gesagt werden kann, der sich in einem Lügengespinst der Stadtverwaltung gegenüber verstrickt hat, um Gegenwind e. V. von der ARGE Zwickau Stadt zu entfernen, kann hier nicht beurteilt werden. Nur soweit, Herr Große, das war ein Schritt zu viel,

sie haben gelogen!

 

M. Madaus

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