So
26
Sep
2010
Die rote Karte für von der Leyen
Verfassungsbruch, Zumutung, ein Stück aus dem Tollhaus, das sind die Neuberechnungen der Regelsätze HARTZ IV. Frau Ministerin sagt: es wurde fair berechnet und nicht getrickst, bei den Berechnungen für die Kinderregelsätze wäre sie zu tiefst über das Ergebnis erschrocken.
Die Regelsätze sind niedriger ausgefallen, als die jetzigen Regelsätze, also bleibe man bei den Vorhandenen. Eine Absenkung bei Kindern wäre nicht fair, denn Kinder und Eltern haben sich auf dieses Niveau eingestellt. Ja, was blieb ihnen denn übrig, das Niveau war nun mal so und die Hoffnung auf ein Mehr ist hiermit gestorben. Danke sollen wohl alle noch für die Großzügigkeit der bleibenden Regelsatzhöhe für Kinder sagen. Es ist schon eine Zumutung 5,00 EURO mehr, fassen kann man es noch nicht, jeder wird hier auch die Transparenz der Berechnung suchen. Das BMAS erklärt die Transparenz so:
Übergangsweise, bis die laufende Wirtschaftsrechnung (jährliche Ausgaben- und Verbrauchstichprobe für vierteljährlich 2000 Haushalte, die "kleine Schwester" der EVS) beim Statistischen Bundesamt belastbar entwickelt und erprobt ist (in ca. 3 Jahren), werden die Regelleistungen jährlich mittels eines ausgewogenen Mixes von Preis- (70%) und Lohnindikatoren (30%) fortgeschrieben. Diese Methode ist sachgerecht, weil Preis- und Lohnentwicklung (Kaufkraft) im engen Bezug zum Konsumverhalten stehen. Eine Kopplung an die Rente hatte das Bundesverfassungsgericht wegen des dämpfenden demografischen Faktors in der Rentenformel ausdrücklich gerügt.
Welcher der einfachen Menschen kennt sich damit aus und kann das alles nachvollziehen? Es sind doch auch nicht allein die 5,00 EURO, die jetzt als Plus bezeichnet werden eine Schande. Im Referentenentwurf des BMAS kommen noch weitere „Nettigkeiten“ auf alle HARTZ IV-Bezieher zu.
Die Kommunen bekommen freie Hand bei den Kosten der Unterkunft und Heizung, das heißt nichts anderes als Pauschalierung mit dem Segen des Gesetzes. So will man auch die Klagen vor den Sozialgerichten stoppen. Es werden auch bei Sanktionen Freiräume aufgetan, von denen wir zurzeit noch keine so rechte Vorstellung haben. Es wird so kommen, dass für den kleinsten Fehler Leistungskürzungen erfolgen. So können ca.6 Millionen Erwerbslose die im Leistungsbezug sind einfach abgestraft werden, im Ermessensspielraum der ARGE-Angestellten.
Nochmal zu dieser lächerlichen „Erhöhung“, da errechnet innerhalb von 7 Monaten eine Arbeitsgruppe vom Statistischen Bundesamt, gut bezahlt aus Steuergeldern, auch aus denen der HARTZ IV-Bezieher, einen solchen Wert. Mehr durfte es nun auch nicht sein, denn wie sollten denn die Niedriglohnbereiche abgedeckt werden. Mit dieser Summe ist in diesem Bereich Tür und Tor offen. HARTZ IV-Bezieher wird man in solche Jobs zwingen, arbeiten für Sozialgeld=Workfare, der Zwang mit Sanktionsverschärfung ist gegeben.
Gleichzeitig werden noch die Eltern entmündigt, weil sie ihren Kindern nicht alles bieten. Da kommt jetzt die gute Ursula unterstützt von einer Normalwelt, weit entfernten Kanzlerin Merkel und der gelben Westerwelle-Riege und gibt Gutscheine, Chipkarten und ein warmes Süppchen aus. Genau diese Zusatzleistungen für Kinder und Jugendliche werden jetzt, als eine Höchstleistung des Staates ins Feld geführt.
Von der Leyen wies hin, dass ab Januar „arme Kinder“ aus Hartz-IV-Familien zusätzlich das neue „Bildungspaket“ erhalten, das Schulmittagessen, die Förderung für Sport oder Musik am Nachmittag in den Vereinen, die Lernförderung falls nötig, Schulmaterial und eintägige Klassenausflüge werden auch übernommen.
Arme Kinder, da hat sie Recht, stigmatisiert und ausgegrenzt. Da kommen dann noch solche absurden Dinge, HARTZ IV-Kinder haben so schlechte Zähne die Eltern kümmern sich nicht. Es kann einem bei so viel Lug und Trug von einer politischen Führungsriege die Galle überlaufen. Sollten wir hier auf den Bundesrat hoffen oder wieder einer Klage? Zuviel Zeit geht ins Land und die Menschen werden immer abgestumpfter, denn die Wenigen die dagegen ankämpfen werden zumeist noch kaputt gemacht.
Warten wir auf die Aktionen im Oktober in Oldenburg, Frankfurt und Berlin.
Jeder sollte sich selbst erheben und protestieren, solange es noch zugelassen wird.
M. Madaus
Kommentare: 2
-
#1
Neue Regelsatzhöhe von 364 Euro stand bereits im Jahre 2008 fest!
ein brisantes Dokument macht derzeit im WWW die Runde:
http://www.bundesfinanzministerium.d...cationFile.pdf
Demnach standen die neuen Regelsätze die angeblich ja so schwer zu ermittlen waren bereits im Jahre 2008 fest, und zwar auf den Cent genau.
Bericht über die Höhe des Existenzminimums von Erwachsenen und Kindern für das Jahr 2010 (Siebenter Existenzminimumbericht) Entwurf, 27.10.2008!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Den nachfolgenden Berechnungen liegt das für 2010 geschätzte arithmetische Mittel auf der Basis der in 2008 gültigen Eckregelsätze der Länder zugrunde. Ausgegangen wurde daher von einem durchschnittlichen Regelsatz für 2008 von 349 Euro/Monat für Alleinstehende und von 628 Euro/Monat für Ehepaare.
Sofern keine neue EVS ausgewertet vorliegt, erhöhen sich jeweils zum 1. Juli eines Jahres die Regelsätze um den Vomhundertsatz, um den sich der aktuelle Rentenwert
in der Rentenversicherung verändert (vgl. § 4 RSV). Die Rentenerhöhung zum 1. Juli 2009 bzw. 1. Juli 2010 hängt wesentlich von der Entwicklung der durchschnittlichen
Bruttolöhne und -gehälter ab. Nach vorläufigen Annahmen des Schätzerkreises der Rentenversicherung ist eine Rentenerhöhung zu diesen Zeitpunkten von rund 2,75 Prozent bzw. 1,80 Prozent zu erwarten. Unter Zugrundelegung dieser Daten ist von einer jahresdurchschnittlichen Regelsatzsteigerung in 2009 von 1,9 Prozent und in 2010 von 2,3 Prozent auszugehen.
Daher wird für 2010 ein Regelsatzniveau bei Alleinstehenden
von 4.368 Euro (364 Euro/Monat) und bei Ehepaaren
von 7.860 Euro (655 Euro/Monat) in Ansatz gebracht.
-
#2
http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/Buergerinnen__und__Buerger/Familie__und__Kinder/Familienleistungen/126__Existentmini__anl,templateId=raw,property=publicationFile.pdf
Hier ist der komplette Link, für den interessierten Bürger. 
Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg






