Mi

25

Aug

2010

Psychoterror und mehr ...

Besser, wie in folgendem Artikel kann man, glaube ich den Zustand in den ARGEn nicht beschreiben. Die 4 ARGEn und ihre Mitarbeiter, die wir im Laufe der Zeit kennengelernt haben passen zum überwiegenden Teil in dieses Bild. Besonders die, die dann noch Anzeige gegen Mitglieder unseres Vereins erstatten, weil sie meinen wir seien die Bösen.

Natürlich gibt es auch die Mitarbeiter, mit denen man vernünftig reden kann und die auch sehen, was hier geschieht. Es sind aber leider ausnahmen.

 

Doch, lesen sie selbst.

 

Quelle: Quergedacht! v 2.0

 

Jemand, der emotional tot ist. Der sich in der Anonymität einer Instituion verstecken kann. Arrogant und geltungsbedürftig nach Autarkie im Rahmen seiner Möglichkeiten strebend. Der sich aus Unsicherheit von seinen Mitmenschen distanziert und sich durch Schroffheit auszeichnet. Für den soziale Verantwortung ein unbekannter Begriff ist, der die Schwarz-Weiß-Malerei liebt, der sich durch andere und deren Kompetenzen bedroht fühlt. Der deswegen gegenüber anderen grundlos feindselig agiert ...

 

"Sie sind ein alter Sack! Sie sind hässlich, lassen Sie gefälligst Schönheitsoperationen machen! Verheiratet sind Sie zu unflexibel, lassen Sie sich scheiden ..." (O-Ton des so genannten Arbeitsvermittlers S. gegenüber dem Autor dieser Zeilen im März 2007)


Jemand, der nichts ist und nichts kann, dem aber unvermittelt Macht zuteil wird ... Opfer, die man ihm zuweist, womit er seine Machtgefühle ausleben kann, allerdings unter der Auflage, dies nur indirekt, hinterhältig und ohne sichtbare körperliche Schäden zu tun ... Welche Variante zum Quälen seiner Opfer wird er wohl wählen?

 

In "Gehirn & Geist" Heft 3/2005, S. 22-26, werden derartige Menschen im Artikel "Senya Müller: Schlangen in Nadelstreifen" näher beleuchtet. Dort zitiert die Autorin US-Studien, welche belegen, das Unternehmen und Behörden unter bestimmten Umständen zum Sammelpunkt von Menschen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung - einer Form der Schizophrenie - werden können. Und dass das immer dann geschieht, wenn sich aufgrund von übermäßiger Konkurrenz in einer Organisationseinheit - also von übertriebenem Gegeneinander - ein solcher Soziopath in eine Führungsebene hat aufschwingen können.

 

"Drittklassige Vorgesetzte stellen nur fünftklassige Untergebene ein." (Altes Sprichwort)


Dann beginnt der Umbau von oben her, getreu der Volksweisheit "Gleich und gleich gesellt sich gern." Ein Miteinander existiert nicht mehr, nur noch dem Gegeneinander wird Tür und Tor geöffnet. Mobbing, Bossing und Bullying regieren. Wer im Dunstkreis so eines Soziopathen tätig ist, der hat zumeist nur drei Möglichkeiten. Entweder weggehen oder nachgeben und untergehen oder selbst genau so wie der Soziopath zu agieren. Zum Weggehen mangelt es üblicherweise an den Möglichkeiten. Nachgeben und Untergehen widerspricht dem natürlichen Selbsterhaltungstrieb. Auf diese Weise stabilisiert und verstärkt sich das soziopathisch geprägte Organsiationsgefüge von selbst.

 

Oder, kurz: Letztlich verlegen sich alle gezwungenerweise auf massiven Psychoterror. Psychoterror zielt auf eine Schädigung der seelischen und geistigen Gesundheit des Opfers ab. Er kann vielfältige Formen annehmen, bspw. verbale Attacken, Erniedrigung, Verleumdung, Diffamierung, Diskriminierung, Verfolgung, Nötigung, Erpressung usw. Der Täter - der Soziopath - sonnt sich dabei in seinem Überlegenheitsgefühl. Hat er es geschafft, ein Opfer zu zerstören - was beim Opfer zu Depressionen, Phobien, PTBS u. ä., auch mit körperlichen Folgen führen kann - dann wendet er sich dem nächsten Opfer zu. Denn er braucht das Machtgefühl. Er ist süchtig danach.

 

"Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein." (Zitat Guido Westerwelle im Januar 2010)


Bewusste Handlungen, die die Psyche des Opfers angreifen und mitunter dauerhaft erheblich schädigen oder sogar zerstören können, werden aber auch als "Weiße Folter" bezeichnet. Zur "weißen Folter" zählen u. a. eine allgemein entwürdigende und entmündigende Behandlung, Drohungen, ein gezieltes Verwahrlosen-Lassen, das Verlangen nach totaler Unterordnung oder eine Behandlung als "krank" bzw. "gestört". Psychoterror - s. o. - gilt als ein Mittel der "Weißen Folter". Folglich: Wo hört "einfacher" Psychoterror auf und wo fängt die "Weiße Folter" an?

 

Die Wirkung der Weißen Folter ist oftmals irreversibel und zielt auf eine Persönlichkeitsveränderung des Opfers, auf eine Gehirnwäsche, ab. Das Opfer soll im Sinne des Folternden - des Soziopathen - handeln. Es soll willenlos mitlaufen. Dann ist es keine Gefahr mehr. Oder Krank. Oder tot.

 

Seine Kommandos ertönen im Kasernenton: "Sie haben die Stadt nicht zu verlassen, ohne mich zu informieren!", eröffnet er die so genannte Verhandlung - wie es im Amtsdeutsch heißt. "Dazu haben Sie sich bei mir zu melden und einen Antrag zu stellen, und zwar vorher! Ohne meine Genehmigung dürfen Sie die Stadt nicht verlassen!" "Urlaub haben Sie höchstens 21 Tage!", rattert er seine Befehle weiter runter. "Dafür haben Sie rechtzeitig eine Terminanfrage einzureichen. Ich teile Ihnen dann mit, ob ich die genehmige oder nicht." Mein Gefühl: Ich bin nicht im sozialen Netz gelandet, sondern im Knast. Seine weiteren Anweisungen nehme ich nur noch wie von fern durch eine Nebelwand wahr: "Sie haben dafür zu sorgen, dass Sie rund um die Uhr telefonisch erreichbar sind!" Ganz plötzlich - und aus dem Zusammenhang gerissen - fragt er: "Wie groß ist Ihre Wohnung?" Auf meine Antwort: "80 Quadratmeter" folgt prompt: "Sie haben sich in spätestens drei Monaten eine kleinere Wohnung zu suchen, sonst zahlen wir nicht!" (Brigitte Vallenthin in "Ich bin dann mal Hartz IV - (K)Ein Einzelfallbericht", ISBN 978-3-89965-433-2, August 2010)


Folter in jeglicher Form - auch der Psychoterror weißer Folter - ist in Art. 104 GG unter Einschluß der Art. 1 Abs. 1 sowie Art. 2 Abs. 2 GG ausdrücklich verboten. Ebenso lt. der Anti-Folter-Konvention der Vereinten Nationen von 1984. Folter und Demokratie sind unvereinbar. Folter und Rechtsstaat ebenso. Folglich kann ein Staat, dessen Führungsriege sich des Psychoterrors und dessen Behörden sich der Methoden der "Weißen Folter" bedienen, weder eine Demokratie noch ein Rechtsstaat sein. Darüber sollte man vielleicht mal nachdenken ...

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Kommentare: 2

  • #1

    Hans-Jürgen Reglitzki (Mittwoch, 25 August 2010 15:40)

    Ein sehr passender Artikel über die Arbeitsweise (Pardon, Einschüchterung) der ALG-II-Bezieher. Man wird erniedrigt, beschimpft, genötigt, erpresst usw., usw., wie oben beschrieben. Die ARGE (Pardon - die Sachbearbeiter der ARGE) machen ihre "Kunden" krank - psychisch krank.
    Das erleben wir Aktiven von Gegenwind e.V. jeden Tag. Da kommen alleinerziehende Frauen weinend zu uns in die Sprechstunde. Sie sind am Boden zerstört - psychisch krank - depressiv! Verursacht durch die ARGE (Pardon -durch den Sachbearbeiter).
    Wann hören diese, Krankheit verursachenden Methoden, in den ARGEN endlich auf?
    Eine gute Frage! Die kann jede/r für sich nur so beantworten, in dem er/sie sagt "Ich werde mich dagegen wehren! Schaffe ich es nicht allein, dann hole ich mir Hilfe!"
    Wir, Gegenwind e.V., helfen!!!!

    Nur so können wir die grausamen Arbeitsmethoden der Sachbearbeiter in den ARGEN beenden!

    Auf in den Kampf!!!
    Hans-Jürgen Reglitzki

  • #2

    Aspirin (Donnerstag, 23 September 2010 10:33)

    Also mich beeindrucken die verbalen Attacken der Typen überhaupt nicht.Man muß denen halt nur klarmachen das es auch noch schlimmer geht.Wer sich sowas gefallen lässt ist selber Schuld.
    Außerdem ist ein wissen um Grundrechte und Strafrecht sehr hilfreich.Wer sich nicht wehren kann
    nimmt halt jemanden mit.Wenn garnichts hilft Anzeige.
    Und man denke immer daran das sind nicht deine Freunde die verwalten einen bloß.Rücksicht oder nett sein bringen garnichts.

    Wer sich in die Opferrolle begibt kommt darin um.

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