Sa
10
Jul
2010
Wochenbericht 27. Kalenderwoche
Eine Woche voller überraschender Momente, trotz dieses afrikanischen Sommers waren unsere Sprechstunden am Montag in Zwickau und am Dienstag in Glauchau gut frequentiert.
Am Donnerstag haben wir unseren GEGENWIND vor der ARGE Zwickau Stadt verteilt und dabei wieder weniger Gutes über die Arbeit in der ARGE erfahren.
Beispiele aus den Sprechstunden: ein Ehepaar, nicht so weit vom Renteneintritt entfernt, im ALG II-Bezug, verdient sich ein wenig dazu. Das heißt etwas über 100 EURO, es ist für sie nicht nachvollziehbar, dass die Summe über die 100 als Einkommen angerechnet wird. Noch wohnt das Kind mit in der Wohnung gehört also zur BG, wenn das erwachsene Kind auszieht, ist die Wohnung zu groß. Hier kommt dann wieder, kleinere Wohnung oder aus dem Regelsatz Miete erstatten. Das Ehepaar war mit diesem Prozedere vollkommen überfordert, so werden Menschen krank gemacht. Einer 9 köpfigen Familie wird die Leistung gestrichen, weil der 18 jährige Sohn der in der BG lebt Meldeversäumnisse hat und auf null sanktioniert wurde, ist das nicht Sippenhaftung.
Bei dem letzten Fall konnten wir dann in der ARGE Glauchau, mit einer durchaus kompetenten Mitarbeiterin, eine Barauszahlung erreichen, andere Probleme z.B. die Sanktion des Sohnes sollen schnellstens erledigt werden.
Noch etwas zum Donnerstag, zur ARGE Zwickau Stadt, es ist nicht zum 1. Mal und bestimmt auch nicht zum letzten Mal passiert, dass Leistungsbezieher mit totalen Fehlinformationen, oder auch einfach ohne jede Erklärung auf ihre Fragen von den Mitarbeitern stehen gelassen werden. Wir wollen nicht einfach eine unsachliche Meinung äußern, aber vermutlich ist hier keine Qualifikation da oder sollte man vermuten, Fehlinformationen sind gewollt. Die ARGE verfügt über eine in vielen Angelegenheiten konsequente Leitungsebene, die Konsequenz sollte sich auch auf die Mitarbeiter beziehen. Solche, die einfach nichts können oder auch nicht wollen, denen die Existenz ihrer ALG II-Bezieher die sie betreuen egal ist, solche Mitarbeiter sollten abgestraft werden. Wie das geht, ist der oberen Leitungsebene doch nicht unbekannt, nur abgestraft werden die, die auf Missstände aufmerksam machen.
Merkels „Berliner Gruselkabinett“ überraschte uns mit den ersten Details der „Rösler -Reform“ oder knallhart gesagt Gesundheitsreform. Was wird denn reformiert, bei Reformen denkt Otto-Normalmensch an etwas Gutes, es wird ja planvoll und gewaltlos umgestaltet, aber nicht bei uns. Hier wird unser Geld reformiert, damit der Staat weiter reformieren kann, bald ruft „Mutti Angie“ eine neue Reformation aus. Aber erst mal stopfen wir mit unseren EUROs 2011 ein Finanzloch, durch die Erhöhung des Beitragssatzes von 14,9 auf 15,5 Prozentbei der Krankenversicherung. Arbeitnehmer zahlen dann 8,2 Prozent, Arbeitgeber 7,3 Prozent die Kassen-Mitglieder sollen ein künftiges Kosten-Plus über Zusatzbeiträge zahlen. Da hat klein „Philipp“ aber den Krankenkassen nach oben alles offen gelassen. Die Grenze von 37,50 EURO, kann überschritten werden, denn Geringverdiener und vielleicht auch Hartz IV-Bezieher sollen einen Sozialausgleich bekommen. Können wir das glauben?
Im Moment tut die ARGE nichts außer Übernahme von Zusatzbeiträgen ablehnen und den Krankenkassenwechsel vorschlagen. Wann endlich erwachen wir, das ist der Anfang und es wird enden mit „Weil du arm bist musst du eher sterben“.
M. Madaus
Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg







