Di

08

Jun

2010

Dreiste Methoden, oder es wird mit aller Macht durchgesetzt

Das die Maßnahme 50+ freiwillig ist steht unzweifelhaft fest. Das die ARGEn nicht informieren und wesentliche Tatsachen auch gerne verschweigen weiß auch jeder. Jetzt wird aber noch richtig Energie in die Überrumpelung der Hartz IV Empfänger gesteckt.

Der Bericht über unseren Besuch bei einer Massenveranstaltung zu einer dieser Maßnahmen 50+ steht schon im Bericht zur 21. Kalenderwoche. Weiterhin habe ich schon mal an so einer Veranstaltung teilgenommen und den Bericht dazu können sie im Archiv unter „Beschäftigungspakt 50 +“ nachlesen. Hier aber noch ein paar Ergänzungen zu dieser Veranstaltung.

Als die Frage der Freiwilligkeit auftauchte wurde sofort von der Argevertreterin Frau Holzmüller dies bestätigt und erklärt, dass nur motivierte Teilnehmer, die freiwillig diese Maßnahme mitmachen auch eine Erfolgsaussicht hätten und das die ARGE kein Interesse hat, die Leute da hineinzuzwingen. Ich vermute stark, dass diese Aussage an unserer Anwesenheit gelegen hat.

 

Da heute Dienstag ist, hatten wir Sprechstunde in Glauchau. 14 Uhr kam zu uns ein Mann, der genau zu dieser Problematik ein paar Fragen hatte. Er hatte auch an so einer Massenveranstaltung teilgenommen und berichtete uns, dass von Freiwilligkeit keine Rede gewesen sei. Auf Fragen der Teilnehmer die in die Richtung der Nichtteilnahme gingen, hätte der Vertreter von der Firma Pscherer, Herr Kretschmar, nur mit einem Buch gewunken und gesagt, „Sie wissen doch was in dem Sozialgesetz steht“. Da habe ich dann schon die Meinung, dass das in Richtung Nötigung geht. Denn schließlich verdient die Firma Pscherer an jedem Kandidaten, oder anders ausgedrückt, jeder der nicht daran teilnimmt ist ein Verlust für Pscherer.

 

Aber es sollte noch besser kommen. Zu der Veranstaltung in Glauchau, zu der wir als Beistand mit anwesend waren, hatte sich auch eine Frau mit aufschreiben lassen, die nicht mit teilnehmen wollte und auch vorzeitig die Veranstaltung verlassen hatte.

 

Nun hat sie von der ARGE einen Brief bekommen in dem eine Eingliederungsvereinbarung war, die sie unterschrieben zurücksenden soll und in der die Maßnahme 50+ vereinbart ist. Weiterhin kam ein Brief, in dem Frau Holzmüller sie mit einer Einladung, die sanktionsbewehrt ist, zum Beginn dieser Maßnahme schickt.

Dieses Vorgehen wirft bei mir die Frage auf, kann man der ARGE und seinen Angestellten überhaupt noch trauen, gilt hier überhaupt noch ein Wort, oder ist es ein bedauerliches Missverständnis, ein einzelner Fehler?

 

A.Pianski

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

  • loading