Mo
17
Mai
2010
Wer ständig nur meckert …
Die Überschrift ist ein Zitat aus dem Gästebucheintrag von Tobias Reinhardt vom 15 Mai 2010. Man kann sich schlecht vorstellen, dass solche Zeilen von einem Betroffenen verfasst worden sind, denn wir als Gegenwind hören ständig etwas anderes von Betroffenen.
Deshalb werten wir den Kommentar einmal als Versuch der Mitarbeiter einer ARGE mit uns ins Gespräch zu kommen und auch einmal ihren Unmut über Gegenwind auszudrücken, weil sie schließlich durch uns Mehrarbeit und einen gewissen Stress haben. Der Gedanke, dass es sich um eine Gruppe von Mitarbeitern einer ARGE handelt, erschließt sich uns aus dem Inhalt und aus der Verwendung des Wörtchens „wir“. Sollten wir völlig danebenliegen kann Herr Reinhardt ja einmal das Geheimnis um die Identität lüften. Er weiß ja auch im Detail mit wem und vor allem mit welchen Personen er es im Einzelnen zu tun hat. Im Folgenden gehen wir erst einmal davon aus, dass es sich um ARGE-Mitarbeiter handelt.
An dieser Stelle folgt erst einmal der Kommentar aus dem Gästebuch.
tobias reinhardt (Samstag, 15 Mai 2010 15:54)
wer ständig nur meckert und nicht in der lage ist auch nur ansatzweise einen lösungsvorschlag anzuregen ist in unseren augen auch nicht in der lage eine ernstzunehmende beistandschaft zu
leisten.
natürlich hätten wir auch gerne eine regelleistung alg2 von 630,00€, aber das muss auch bezahlt sein. bedenkt man nun, dass in deutschland lediglich 28% der gesamtbevölkerung erwerbstätig sind
und die töpfe füllen, fragen wir uns, wie das bezahlt werden soll.
günstig wäre dann hier eine gruppierung, welche mit lösungsvorschlägen und sachlich richtigen argumenten eine positive politische wirkung erzielen kann.
wir sind absolut überzeugt davon, dass der gegenwind e.v. hier der falsche ansprechpartner ist, da durch seine mitglieder lediglich unmut und unsachlichkeit ausgehen...
wir melden uns wieder, bis später
Es ist erst einmal schön und auch sehr positiv zu bewerten, dass ein Versuch unternommen wird um mit uns in Kontakt zu treten. Wollen wir hoffen, dass der Faden nicht abreißt.
Kommen wir einmal auf das ständige Meckern und in diesem Zusammenhang die angesprochene Beistandschaft zurück.
Sinn und Zweck des Vereins ist es, die Interessen der Betroffenen zu vertreten und gegebenenfalls auch durchzusetzen. Das hat nichts mit meckern zu tun und steht natürlicherweise den Interessen der ARGE und ihrer Mitarbeiter entgegen. Erscheint es den Betroffenen ratsam, sich bei Besuchen der ARGE eines Beistandes zu bedienen, sind wir in der Rolle eines Vermittlers für einen Beistand. Deshalb tritt der Verein niemals selbst als Beistand auf. Zu den Personen die sich als Beistand anbieten gehören sowohl Mitglieder des Vereins, als auch Nichtmitglieder. Dabei werden natürlich Mitglieder wegen ihres Bekanntheitsgrades eher wahrgenommen. Letztendlich wäre Kritik also an die einzelnen Personen zu richten, die die Beistandschaft geleistet haben. Dabei ist bei jeder Beistandschaft von einem Einzelfall auszugehen.
Betrachten wir noch einmal den Sinn und Zweck des Vereins und die Tatsache, dass in der ARGE keine Politik betrieben wird, sondern eigentlich Recht und Hilfe für die Betroffenen umgesetzt werden sollte, fragen wir uns in diesem Zusammenhang weshalb wir dann solche Lösungsvorschläge machen sollten.
Bewegen wir uns auf dem politischen Parkett sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Durch die Mitarbeit generell, aber auch die im Vorstand in der Bundesarbeitsgemeinschaft Prekäre Lebenslagen - gegen Einkommensarmut und soziale Ausgrenzung e.V." sind wir bis hin zur Bundesarmutskonferenz an politischen Lösungen beteiligt und bringen selbstverständlich auch unsere Vorschläge und Lösungsansätze mit ein.
Auch die Forderung nach 630 € Regelsatz entspringt keineswegs einer aus dem Hut gezauberten Zahl sondern ist fundiert von dem Gutachter und Diplom-Kaufmann Rüdiger Böker, Mitglied des Deutschen Sozialgerichtstag e.V, ermittelt worden. Dieser Tatsache geschuldet, haben wir uns dieser Forderung angeschlossen. So substanzlos, wie Herr Reinhardt meint, sind unsere Forderungen damit nicht. Die weiteren Ausführungen über leere Töpfe und dergleichen, entspricht der allgemeinen gleichgeschalteten Medienpropaganda und trifft den Kern der Sache in keiner Weise.
Da der Rest nur leere Worthülsen beinhaltet und substanzlos wirkt, werden wir hier auch nicht weiter darauf eingehen. Schließlich werten wir diesen Kommentar als eine Unmutsbekundung gegen den Verein, der den wahren Grund nur verschleiert erahnen lässt, ansonsten mit politischem Halbwissen versucht uns in einem schlechten Licht dastehen zu lassen.
Das Versprechen von Herrn Reinhardt, dass wir uns wieder melden, nehmen wir freudig auf. Noch schöner wäre es natürlich, wenn Herr Reinhardt und seine Mannen sich bei uns persönlich melden würden und wir ins Gespräch kommen würden. Wir jedenfalls sind zu jeder Zeit dazu bereit.
A. Pianski
Kommentare: 7
-
#1
Teil des KommentarAntwort auf Kritik von Tobias Reinhardt!
Hallo Herr Reinhardt,
wir finden es toll, wenn Sie unseren Internetauftritt lesen, und auch noch kommentieren. Bravo, Sie sind ein Leser mit einer eigenen Meinung. Wir dachten schon es würde nie einer nach der Lösung fragen.
Das, was wir auf unserer Startseite haben basiert auf ein Gutachten, dass auf Basis des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 09.02.2010 am 17.02.2010 von Dipl. Kfm. Rüdiger Bökler erstellt wurde. Vor einigen Jahren gab es bereits ein Gutachten von Herrn Frommann, dass auf einen Regelsatz von rund 627 Euro kam. Allein das ist schon erstaunlich, dass sich zwei Gutachten, zu verschiedenen Zeiten erstellt und berechnet, ein fast identisches Ergebnis zeigen. Sicherlich können Sie jetzt den allgegenwärtigen Spruch, der in solchen Fällen sehr häufig benutzt wird „Glaube keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast“, einbringen, aber das Ganze ist in den Gutachten nachzuvollziehen, und wer sich die Mühe machen will, der kann es über die Links auch nachrechnen.
Uns war klar, dass wir eine eventuelle Diskussion auslösen könnten. Allerdings waren wir damit noch sehr human.Inzwischen gehen wir sogar noch einen Schritt weiter, denn es muss mit der Bescheidenheit endlich mal Schluss gemacht werden. Heute sagen wir sogar, dass man von bezahlter Arbeit gut Leben muss, aber auch ohne bezahlte Arbeit!
Wir fordern daher ein Existenzgeld von 800 Euro zzgl. der Kosten der Unterkunft (Warmmiete), und die Sozialversicherungen! Für uns eine absolut berechtigte Forderung, denn, egal wer jetzt in Berlin das Zepter schwingt, es wird niemand die fehlenden 6 Mio. Arbeitsplätze aus dem Hut zaubern können. Die Wirtschaftsbosse werden im Traum nicht daran denken sich mit Personalkosten neu zu belasten.Vielmehr werden die Banker und Wirtschaftsbosse, die ja eh die heimliche Regierung stellen, darauf drängen, dass die „Schattenregierung“ in Berlin die Sklavenarbeit (1-Euro-Jobs, Niedriglohnsektor, sittenwidrige Löhne, Minijobs, Gelegenheits-arbeiten usw.) durch das „Workfare“ ersetzen. Workfare kommst aus den USA, und bedeutet dem Grunde nach, dass der, der Sozialleistungen erhält, auch für die Höhe des Regelsatzes arbeiten muss. Es gibt eine Studie, die vom Bundesfinanzministerium in Auftrag gegeben wurde. In dieser Aus-wertung, geht es darum, Sozialgeldbezieher in einer fast 40-Stundenwoche für die Höhe des Regelsatzes als Fulltime-Arbeiter auch in der freien Wirtschaft einzusetzen. Die Behörden lehnen weitere 1-Euro-Jobber und bezahlte Maßnahmen ab. Sie lesen richtig, Workfare auch in der freien Wirtschaft. Was glauben Sie wie lange „der Deutsche Michel“ still hält, wenn er einen Hartz-IV-Empfänger sieht, der ihm seinen Job abnimmt? Er wird gekündigt, und fällt nach 12 Monaten selbst in Hartz IV, und muss seinerseits dann einen anderen „noch normal Beschäftigten“ von seinem Job ablösen. Wie lange wird es dauern bis WIR nur noch tatsächlich als Sklaven gehalten werden?
Unsere Lösung dazu ist, wie bereits weiter oben erwähnt, das Existenzgeld in einer Höhe von 800 Euro, zuzüglich der kompletten Warmmiete, sowie die Kranken- und Pflegeversicherung. In einer Studie stellen wir unsere Idee zum Existenzgeld einschließlich Beispiele über die Umsetzung (einschl. der Finanzierung) vor. Andere Gruppierungen unterbreiten ähnliche Vorschläge wie das „bedingungslose Grundeinkommen“, Bürgergeld und etliche Andere mehr. Unser Existenzgeld soll es allen Menschen, die sich in prekären Lebenslagen befinden, ermöglichen ebenfalls „gut“ zu Leben. Wer allerdings meint, dass man mit 800 € sich ein Leben in Luxus leisten kann, befindet sich leider im Irrtum.
-
#2
Teil 2 meiner Antwort:
Das Existenzgeld
- richtet sich gegen Armut und soll von Existenzängsten befreien
- richtet sich gegen den Zwang, Niedriglohn-Jobs oder andere Zwangstätigkeiten annehmen zu müssen,
- richtet sich gegen Lohnsenkungen und Erpressbarkeit von ArbeitnehmerInnen
- richtet sich gegen Bürokratieauswuchs und kostspielige Arbeitsmarktprogramme
- will, dass auch andere Tätigkeiten vollzogen werden können,
fördert die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern
- stärkt die Eigenverantwortung (es erlaubt allen, ihre Besonderheiten, unterschiedliche Fähigkeiten, Wünsche und Lebensstile unbekümmert zu entfalten),
- will eine gerechtere Verteilung von Einkommen,
- will ein universelles Menschenrecht auf Leben in Würde,
tritt für ein anderes Wirtschaften und sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen ein und
- will eine Veränderung gesamtgesellschaftlicher Werthaltungen und Zielsetzungen.
Die Studie wurde erstellt von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfe-Initiativen e.V. (BAG-SHI), jetzt die Bundesarbeitsgemeinschaft für Prekäre Lebenslagen e.V. (BAG-PLESA). Zu beziehen ist die gebundene Studie über den Buchhandel, oder direkt bei:
AG SPAK Bücher, Holzheimer Str. 7, 89233 Neu-Ulm, Fax: 07308/919095, E-Mail: spak-buecher@leibi.de, Internet: www.agspak-buecher.de.
Das Buch hat die ISBN: 978-3-930830-96-1
Wir wurden nicht dazu geboren, um für andere als Sklaven zu fungieren, oder bevormundet zu werden.
Wir wurden geboren um zu Leben!
Hans-Jürgen Reglitzki -
#3
Ich habe gestern im Videotext gelesen, dass sich die Politiker in NRW ihre Diäten wieder einmal erhöhen und das nicht zu knapp. Hat das einer mitbekommen? - Nein, ich denke nicht. Durch die WM ist es untergegangen. Und die Herren und Frau Politiker(innen) reden vom sparen. Die sollen mal bei sich als erstes anfangen, die Gehälter zu kürzen und Nullrunden bei den Diäten fahren.Ich bin sowas von sauer...
Gruß
Claudine -
#4
Ja, Claudine, so ist das. Und es passieren noch viel größere Sauerreien. Die das Geld haben, haben die Macht und die bedienen sich schamlos. Reicht das Geld nicht mehr aus, muss der Bürger sparen und besonders der, der sowieso schon nichts mehr hat. Aber da reicht sauer sein nicht mehr aus. Nur wenn wir endlich unsere Lethargie ablegen und uns organisiere wird etwas geschehen. Aber ich befürchte, dass wird noch 100 Jahre dauern. Wir von Gegenwind versuchen ja schon was zu machen. Aber wir sind eben noch zu wenige. Du kannst dich uns ja anschließen, wenn Du nicht nur sauer sein willst.
A. Pianski -
#5
Hallo A: Pianski,
oh ja, ich würde mich gerne anschließen. Was hätte ich denn zu tun, bzw. wie kann ich mit helfen? Hier mal meine Mail:
claudi0707@yahoo.de
MfG
Claudine -
#6
Ich bin auch mit dabei mir reicht es auch langsam was hier so los gelassen wird! Meldet euch ich kann jeder zeit wir haben auch rechte und dafür möchte ich jetzt mit ein tretten!
-
#7
Hallo Marit,
danke für Deinen Kommentar. Wenn Du, auf gut deutsch gesag,t die Schnauze voll hast, dann komm einfach mal in eine unserer Sprechzeiten. Die Zeiten und Orte findest Du hier auf unseren Seiten. Bring einfach Deine Unterlagen mit, und wir schauen wie wir Dir zu Deinen Rechten verhelfen können.
Also, wir sehen uns, und wir freuen uns auf Dich!
Hans-Jürgen Reglitzki 
Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg