Di
11
Mai
2010
Wochenbericht 18. Kalenderwoche
Die 1. Sprechstunde im Mai am Montag in Zwickau u. Dienstag in Glauchau verliefen wiedererwarten ziemlich ruhig, aber dafür waren Kunden mit eklatanten Problemen da. Ein Problem wird als Anhang genauer zu lesen sein, denn zur Klärung waren 2 Beistände mit, die von den Betroffenen um Hilfe ersucht worden. Am Donnerstag haben wir unsere Mai-Ausgabe des GEGENWIND Infos für Erwerbslose vor der ARGE Zwickau Stadt verteilt. Einige wenige, gehen vorbei u. lehnen ab, mit der Aussage „mit Denenda drinnen werde ich fertig, die habe ich im Griff". Viele sagen uns aber, es ist gut, dass es endlich solche Leute wie euch gibt und das ist dann auch wieder ein Schub an das Weitermachen für uns. Denn es gibt Dinge, bei denen man gegen Wände zu laufen scheint und an sich zu zweifeln beginnt.
Trotzallem auch Zweifel geben Kraft zum Weitermachen!
Die Anlage zur Klärung eines Problems ARGE Zwickau Stadt:
eine junge Bedarfsgemeinschaft Mutti, Vati, 2 Kinder beziehen ALG II. Mutti und Vati kommen auf die Idee, wir wollen baldmöglichst raus aus diesem Bezug, wir versuchen es mit der Selbstständigkeit.
Gesagt getan, sie tun ihr Vorhaben bei der Behörde kund und erwarten natürlich Unterstützung, denn so schnell entwickelt sich eine Unternehmung nicht, dass man davon leben kann. Irgendwie kommen die Jungunternehmer und die Behörde, ARGE, nicht so recht zusammen es klappt mit der Unterstützung nicht so richtig und wie es dann so ist werden Unterlagen über Unterlagen eingefordert. Diese werden auch eingereicht, manchmal ist es auch nicht so klar was gefordert wird.
Die Selbstständigkeit ein kleines Unternehmen, hier in diesem Fall ein Cafe muss auch erst gelernt werden. Nochmal zu den Unterlagen, es ist wie verhext, schon eingereichte Unterlagen verschwinden und dazu auch noch Originale der Kontoauszüge, schlimm genug. Aus diesem oder jenen Grund gab es also ständig Probleme mit der SBin/Leistung, die vor 2 Monaten mit keiner Leistungszahlung einen Punkt erreichten, wo Ende der Fahnenstange für die junge BG war. Sie suchten sich Hilfe, damit wenigstens die monatlichen noch zustehenden Leistungen erbracht werden.
Die junge Frau u. ihr Partner waren dann am Donnerstag in der ARGE Zwickau Stadt um die Angelegenheit zu klären und Geld zu bekommen. 2 Mitglieder des Vereins Gegenwind e. V. wurden als Begleitung gebeten mit zugehen, da zu befürchten war, dass es wieder kein Geld gibt und dass, dafür Zeugen oder Unterstützung gebraucht werden. Der Weg führte uns natürlich zur zuständigen SBin/Leistung, begleitet wurden wir auf dem Weg dahin von einem jungen, dynamischen und sehr eifrigen Security-Mitarbeiter. Die SBin bat uns einen Moment zu warten, da noch ein Kunde bei ihr war, bis dahin alles in Ordnung. Wir wunderten uns nur, dass mehrere Mitarbeiter incl. des Security-Men, das Zimmer der SBin wie beim Tag der offenen Tür nutzten.
Wir wurden ins Zimmer geholt, 2 etwas entsetzte Mitarbeiterinnen starrten uns an, die zuständige Mitarbeiterin stellte die übliche höfliche Frage, was wollen sie denn. Die Antwort war, wir brauchen Geld, ohne komplette Unterlagen gibt es kein Geld, Antwort der SBin. Die junge Frau, was brauchen sie denn noch, Antwort alles und jetzt gehen sie und kopieren die ganzen Unterlagen. Hinweis der Begleitung, das ist ihre Aufgabe, sie wissen doch am Besten was noch gebraucht wird, der junge Man kam gerade noch dazu zu sagen, dass alles schon mehrmals abgegeben wurde, da wurde von der Mitarbeiterin die Tür aufgerissen und lauthals schrie sie RAUS. Der Security-Men mischte sich auch noch ein und keiner von uns wusste so richtig wie ihm geschah, die Mitarbeiterin schrie weiter RAUS, nach einer kurzen Starre haben wir dann begriffen, dass hier was nicht stimmt. Die Mitarbeiterin schrie noch davon, dass man sie bedroht habe, aber wer es gewesen ist u. warum, keine Aussage.
Ich persönlich habe so etwas noch nicht erlebt, dass war wie ein Schock und ich saß auch noch als einzige im Raum, es war für mich unfassbar ohne triftigen Grund so zu reagieren. Wenn wir schlecht darüber denken würden, könnte vermutet werden, dass war eine gute Inszenierung, um aus fadenscheinigen Gründen vielleicht so Begleitung von Leistungsbeziehern in Form von Beistand zu verbieten, es ist eine Vermutung keine Aussage!!!
Nach diesem Drama haben wir uns dann an den Geschäftsführer Herrn Große gewandt, denn er als Chef des Ganzen, kann solche Dinge ja regeln oder regeln lassen. Der Beginn des Gespräches wie immer auf dem Korridor, war nicht gerade das was wir von einem Geschäftsführer erwartet haben. Nach kurzer Zeit, war die ganze Leitungsebene versammelt, stellvertretende Geschäftsführerin, 2 Justitiarinnen und Herr Große dazu. Zur Überraschung aller, wurde die junge Frau in ein Zimmer gebeten und der junge Mann getrennt von Ihr war dann zum Gespräch bei Frau Köhler stellvertretende Geschäftsführerin der ARGE Zwickau Stadt. Kurz gab es wieder Probleme mit 1 o. 2 Beiständen, das wurde aber von Herrn Große sofort geregelt, also 2 ist kein Problem. In diesem Moment erfuhren wir, dass die SBin zusammen gebrochen sei und nicht mehr arbeitsfähig nach Hause geschickt werden musste.
Warum, dass ist hier die Frage, bei dem kurzen Intermezzo in dem Büro und dem grundlosen schreien RAUS hier, ist einfach dafür kein Zusammenhang zu finden, außer die schon erwähnte Vermutung oder eine sagen wir überarbeitete, überforderte Mitarbeiterin, was auch immer. Nach den Gesprächen in der Chefetage konnte unsere jungen BG zumindest am Freitag auf Barauszahlung hoffen. Herr Große hat dann noch ein kurzes persönliches Gespräch mit mir geführt, indem er einig Dinge ansprach, die ihm missfallen. Ich kann hier nur in aller Öffentlichkeit kundtun, dass wir für die Rechte die in der Sozialgesetzgebung festgeschrieben sind und die den Leistungbeziehern- u.innen zustehen eintreten.
Es kann doch erwartet werden, dass sich die Mitarbeiter so im Griff haben, dass sie zumindest die einfache Sachlage überblicken, wenn einem Mitarbeiter o. einer Mitarbeiterin die Sache über den Kopf wächst, kann er doch den Kunden auch um einen anderen Termin bitten oder an einen freien Kollegen verweisen. Solch eigenartigen Eskalation sind auf jedem Fall zu vermeiden, denn wer auch immer in diesem Fall die Schuld bekommt, sollte es Personen außerhalb der Mitarbeiter betreffen, so werden sie sich zu wehren wissen.
Beim Verlassen der ARGE bemerkten wir dann schließlich noch, dass sich im Zimmer der außer sich geratenen SBin die Polizei befand, nun stellt sich wieder die Frage, warum? Wir werden es sicherlich erfahren, so oder so.
M. Madaus
Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg







