Sa
01
Mai
2010
Wochenbericht 17.Kalenderwoche
In unseren Sprechstunden am Montag in Zwickau und Dienstag in Glauchau hatten wir 2 Probleme, die nicht so oft nachgefragt werden. Das 1. Problem, dass jeder wissen sollte der ALG IIbezieht ist, dass alles was ihm an Geld zufließt, für die ARGE erstmal Einkommen ist. Ganz erstaunt war ein Leistungsempfänger darüber, dass die Kapitalertragszinsen aus seiner Lebensversicherung mit seinem ALG II verrechnet werden. Es ist nicht immer einfach den Ratsuchenden diese widersinnigen Paragraphen plausibel zu erklären, ihnen klar zu machen, dass ihr Geld doch nicht ihr Geld ist. Bei diesen Erklärungen, die dann kaum verstanden werden, hat das „WEG MITHARTZ IV" wieder oberste Priorität, leider ist es nach den 2009-Wahlen sehr ruhig um dieses Problem geworden.
Der Vermittlungsgutschein den eine junge Frau bekommen hatte und über den sie durch einen privaten Arbeitsvermittler in Arbeit gebracht werden sollte war auch ein nicht so alltägliches Problem. Durch die private Arbeitsvermittlung hatte die junge Frau keine entsprechenden Angebote für einen versicherungspflichtigen Job bekommen, also hatte sie sich auch selbst bemüht. Ihre Bemühungen waren erfolgreich, aber der vakante Arbeitgeber wollte einen Vermittlungsgutschein und der war aber leider 1 Woche überzogen. Der Weg führte direkt zur ARGE mit der Bitte um eine Fristverlängerung, damit der Job angetreten werden kann. Es kam aber ein Nein von der ARGE, keine Verlängerung und nun auch kein Job, denn der Arbeitgeber bestand auf den Vermittlungsgutschein, warum kann unser einer nur vermuten, das könnte ja sein, dass hier noch Geld abgeschöpft werden sollte.
Es gibt Dinge zwischen ARGE, privater Vermittlung und einigen Arbeitgebern, wo das Wort Sklavenhandel wieder aktueller denn je wird. Der Jobsuchende ist hier eine Ware geworden, damit kann verdient werden, man kann ihn auch wieder verkaufen, d. h. natürlich an einen Anderen vermitteln oder genau „nahtlose Umvermittlung“. Unsere junge Frau hat nun weder eine Verlängerung des VMGs, noch einen Job, wie kommt man denn bei diesem Durcheinander überhaupt noch zu einem Job?
Es ist dann schon absoluter Irrsinn wenn auf der anderen Seite bei Ablehnung eines Jobs sanktioniert wird, das zu vermitteln und diese Handlungen zu rechtfertigen, sollten die Oberen der ARGEn, ihren Kunden wie sie genannt werden mal klar machen. Das Klientel SB oder Vermittler, vielleicht noch mit einem Zeitvertrag in der Tasche, ist hier vollkommen überfordert auch die Teamleiter können oder wollen hier kein Licht ins Dunkel bringen. Am 27. Und 30.04. haben wir unseren „Gegenwind“ Infozeitung für ALG II-Empfänger und Interessierte vor den ARGEn Zwickau Stadt und Zwickau Land verteilt, wie immer gab es viele Fragen und Gespräche mit denen die von der Behörde ARGE abhängig sind. Wie immer auch diesmal wieder, keine Leistung, keine volle Übernahme der Nebenkosten, Wohnungsprobleme und Sanktionen. Eine Bemerkung noch, ein junger Mann hatte sich vollkommen verärgert über den Geschäftsführer der ARGE Zwickau Stadt bei uns gemeldet, es sah sich in seinen Persönlichkeitsrechten so verletzt, dass er Strafanzeige erstatten wollte. Was mag da vorgefallen sein?
M. Madaus
Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg







