Mi

14

Apr

2010

Schwere Vorwürfe gegen die ARGE und einen Amtsarzt

Quelle: Memminger Zeitung

 

Chronisch kranke Frau sagt, ihr Zittern sei ihr als Alkohol- oder Drogenmissbrauch ausgelegt worden


Die 52-jährige Susanne Risse aus Mindelheim (Unterallgäu) fühlt sich von der Arbeitsgemeinschaft Grundsicherung für Arbeitssuchende, kurz ARGE, stigmatisiert und vorverurteilt.

Sie ist auf Medikamente angewiesen, weil sie an Rheuma leidet und chronische Schmerzpatientin ist. Einer ARGE-Sachbearbeiterin ist ihr Zittern aufgefallen, woraufhin diese den Verdacht geäußert habe, Susanne Risse könne ein Alkohol- oder Drogenproblem haben. Sie ordnete eine Untersuchung durch den Amtsarzt an, der von der ARGE beauftragt ist.

 

Ende März war Susanne Risse dann bei einem Mediziner des Ärztlichen Dienstes der Agentur für Arbeit in Memmingen. Gegen ihren Willen sei sie dort zu einer Blutprobe gezwungen worden, behauptet sie.Der Geschäftsführer der ARGE, Hermann Zwinger, versicherte hingegen, es sei nie auf Alkohol oder Drogen angespielt worden.

 

Angesichts der langen Krankengeschichte der Frau sei es aber sinnvoll, deren aktuellen Leistungsstand durch einen Arzt begutachten zu lassen. Schließlich sollen die Menschen wieder in Lohn und Brot vermittelt werden.Inzwischen ist auch die Kriminalpolizei eingeschaltet. Susanne Risse hat den Amtsarzt, die Sachbearbeiterin und den Geschäftsführer wegen Körperverletzung angezeigt.

 

Das Ergebnis der Blutprobe wird für Mitte April erwartet. Die Sachbearbeiterin ist bis zur Klärung der Vorwürfe nicht mehr für Susanne Risse zuständig. Diese Entscheidung hat Zwinger getroffen. Das sei das erste Mal seit Bestehen der ARGE innerhalb von fünf Jahren. (jsto)

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Kommentare: 1

  • #1

    Hans-Jürgen Reglitzki (Freitag, 16 April 2010 15:23)

    Das passt wieder so richtig in das Bild rein, dass die ARGEn und JobCentren Deutschlands sich zur Zeit aufbauen. Die Kunden, also die Menschen die sich hinter diesem Begriff verbergen, werden weiter schikaniert und entmündigt. Dieser Vorfall zeigt wieder einmal ganz deutlich, dass die Leistungsbehörden bzw. deren Mitarbeiter/innen und Geschäfts-führungen den Menschen in keinster Weise mehr respektieren und achten.
    Ich ziehe den Hut vor dem, was Susanne Risse dann gemacht hat. Die Anzeige gegen den Amtsarzt und die Vasallen. Bravo!!!!
    So sollten inzwischen Alle vorgehen, denen ähnliches geschieht. Diesem Terror muß Einhalt geboten werden.
    Hans-Jürgen Reglitzki

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