Sa
10
Apr
2010
Wochenbericht 14. Kalenderwoche
Für alle fing die Woche ja erst mit Dienstag an, also bei uns auch die Sprechstunde Dienstag in Glauchau. Es kommen immer wieder Überraschungen aus der ARGE, diesmal ging es um die sogenannte Zwangsverrentung bei ALG II- Bezug. Es ist also möglich und wird auch so gehandhabt, dass, ALG II-BezieherInnen mit 63 Jahren in die Rente mit Abschlag gezwungen werden können.
Die völlig verstörte Hilfesuchende, die zu uns in die Sprechstunde kam ist von ihrer ARGE-Ansprechpartnerin in diese Situation gezwungen worden. Sie musste unterscheiben, dass sie vorzeitig in
Rente geht, das heißt wiederum mit Abschlägen. In diesem Fall ist es mehr als Zwang, es ist eine Dreistigkeit seitens der ARGE, wenn kurz vor dem 65. Lebensjahr ALG II-BezieherInnen dazu gedrängt
werden und die ARGE auch gleich noch den Rentenantrag stellt. Für die Hilfesuchende bedeutet das Ganze, dass sie eine Rente von rund 450 EUR Brutto bekommt, Altersarmut vorprogrammiert. Wenn die
ARGE menschlich reagieren, arbeiten würde, sollte bei unserer Hilfesuchenden doch ein Altfall vorliegen, wenn Anfang 2011 der 65. Geburtstag ansteht. Unsere Hilfesuchende ist vor 1950 geboren und
ist auch vor 2008 arbeitslos geworden, braucht denn die ARGE ständige Nachhilfe.
Ein Tipp:
Wenn Sie sich mit der ARGE um die Zwangsverrentung streiten, dann hat Ihr Widerspruch beziehungsweise Ihre Klage „aufschiebende Wirkung". Das heißt, die ARGE darf vorläufig keinen Rentenantrag in
ihrem Namen stellen. Wegen dieser „aufschiebenden Wirkung" ist es möglich, zumindest Zeit zu gewinnen und den Prozess der Verrentung hinaus-zu zögern. Im Regelfall wird Ihr Widerspruch abgelehnt
werden und der Gang zum Sozialgericht notwendig sein. Gegen die Aufforderung, einen Verrentungsantrag zu stellen, sollten Sie also fristgerecht einen Widerspruch einlegen. Sie können sich weiter
informieren unter gegen-hartz.de im Internet.
Am Donnerstag haben wir vor der ARGE Glauchau unseren INFO-Gegenwind verteilt und in Gesprächen festgestellt, dass es immer wieder die Probleme mit Unterkunft/Umzug, verschwundene Unterlagen,
nicht nachvollziehbare Leistungsbescheide sind, die zu Frust u. Ärger führen. Dazu muss am Schluss aber noch gesagt werden, dass die ARGE in Glauchau, von den 4 ARGEn, Hohenstein-Ernstthal,
Zwickau Stadt u. Zwickau Land, von denen ALG II-Bezieher unsere INFO-Sprechstunde besuchen, noch die Beste ist.
M. Madaus
Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg







