Sa

27

Mär

2010

Wochenbericht 12. Kalenderwoche

Der Paukenschlag zum Wochenauftakt, die Zivilklage die Frau I. Goldacker Mitarbeiterin der ARGE Hohenstein-Ernstthal gegen mich erhoben hat und die am Montag vor dem Amtsgericht in Hohenstein-Ernstthal zur Verhandlung kam. An alle Freunde und Bekannten die so zahlreich gekommen waren, danke für die solidarische Unterstützung. Mit euren Rückenhalt gilt es dann auch die nächste Hürde zu nehmen, denn der Strafbefehl steht noch. Kommen wir weg davon und wenden uns den weiteren Geschehen der Woche zu.

Dienstag haben wir unsere INFO -Zeitung „Gegenwind" vor der ARGE Zwickau Stadt verteilt und wie immer viele Gespräche geführt. Erschreckend ist, dass viele Kosten die aus dem Vermittlungsbudget zu übernehmen sind den Erwerbslosen nicht zu Gute kommen, Leistungen werden nicht gezahlt, oder aus fadenscheinigen Gründen hinaus gezögert und die Anzahl derer, die die Kosten der Unterkunft nicht im volle Umfang gezahlt bekommen immer mehr wird. Mit anderen Worten, sie müssen sich eine andere Wohnung suchen, die den Verwaltungsvorschrifts-u. ARGE-Kriterien entsprechen. Davon gibt es aber fast keine, außer im werdenden Ghetto Zwickau/Neuplanitz.

Am Dienstag begleiteten wir noch einen Erwerbslosen auf seine Bitte hin, zu seiner Leistungssachbearbeiterin, da wir darüber schon in einem Extra berichtet haben, hier nur noch ein Plus an die Mitarbeiterin. Am Donnerstag hatten wir eine kurze Aktion vor der ARGE Zwickau Land, unsere angebotene INFO-Zeitung war im Nu weg, aber es wurden auch hier interessante Gespräche geführt. In einem dieser Gespräche sagte eine junge Frau: „ich gehe arbeiten und ernähre meine Kinder selbst", bei der Frage, was sie denn da in der ARGE tue, kam die Antwort, „Leistung beantragen oder kann man mit 3,12 EUR pro Stunde Kinder ernähren u. andere Kosten decken". Am Anfang: „ich gehe arbeiten und...", für diesen Lohn ist es eine Schande überhaupt Arbeit zu vergeben.

Dass, am Donnerstag dann auch noch eine Info für die Maßnahme 50Plus stattfand, war auch sehr interessant, wie hier ältere Langzeitarbeitslose über den Tisch gezogen werden ist unsagbar. In eine Maßnahme, bei der die Teilnahme freiwillig ist, wird unter Androhung von Leistungskürzungen, der Langzeitarbeitslose hinein gezwungen. Hier können wir nur an die Courage der Langzeitarbeitslosen appellieren, sagt nein zu so etwas, der einzige Gewinner ist der Maßnahmeträger und im Nebeneffekt die BA bei der Verschönerung der Statistik an jedem Monatsende.

 

M. Madaus

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