Seit halb neun sammelten sich die Sympatisanten, die dem Solidaritätsaufruf auf unserer Webseite gefolgt waren, vor dem Amtsgericht in Hohenstein-Ernstthal. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an all jene, die gekommen waren um unserer Monika den Rücken zu stärken und mit ihrer Solidarität zu bekräftigen, dass wir uns nicht kriminalisieren lassen. Aus Halle war sogar der Gewerkschafter Michael Wengortz angereist. Als die Argemitarbeiterin eintraf, verschwand sie sofort im Eingang des Gerichts. Um ihrem Ruf dann doch noch gerecht zu werden, konnte sie eine Provokation nicht seinlassen, als sie nochmal aus dem Gebäude herauskam, einen Fotoapparat zückte und die wartende Schaar des Prozesspublikums photographierte.
Wenig später traf dann noch ein Streifenwagen mit 4 Polizeibeamten ein und wir wunderten uns, dass auch im Foyer etliche Beamte Stellung bezogen hatten. Wir waren der Meinung, dass zur selben Zeit wohl noch ein gefährlicher Straftäter seinen Prozess hat. Als wir den Gerichtssaal aufsuchen wollten, wurden wir eines besseren belehrt. Der ganze Aufwand galt uns. Wie wir es im Fernsehen schon 100-mal gesehen hatten, wurden wir nach allen Regeln der Kunst gefilzt. Taschen ausleeren, alles vorzeigen und Kameras abgeben. Hier bin ich zum ersten Mal in meinem Leben von einem Mann befummelt worden. Es waren 6 bis 8 Beamte wegen eines Zivilprozesses und einer streitigen Summe von 358 €, welch ein Aufwand. Hier kann man sich nur seinen Teil dazu denken.
Der Gerichtssaal stellte sich dann als kleines Zimmerchen raus, in dem nicht mal 10 Stühle für Publikum standen, so dass ein Teil des Publikums stehen und ein anderer Teil draußen bleiben musste.
Nach einer Erklärung des Richters, dass er durchaus eine Tatsachenbehauptung darin sieht, dass geschrieben wurde, „dass der Beistand noch einen Beistand und einen Protokollschreiber mitnehmen
muss", wäre die Sache eigentlich nur noch mit Zeugen zu klären, die diese Behauptung bestätigen würden. Jetzt schaltete sich der Gegenanwalt ein und machte einen Kompromissvorschlag. Man wäre zu
einer gütlichen Einigung bereit, wenn die streitigen Kosten je zur Hälfte getragen würden. Letztendlich wurde diesem Vergleich zugestimmt, da unsere Monika den beiden jungen Frauen eine
Zeugenaussage vor Gericht ersparen wollte.
Was sehr zu denken gibt, ist der Umstand, dass der Vergleichsvorschlag just in dem Moment kam als die Rede von Zeugen war. Bei dem Vergleichsvorschlag wurde ja auch betont, dass es, wenn es
weitergeht, sehr teuer für Monika werden könnte. Da war man dann doch seiner Sache nicht mehr so sicher.
A. Pianski
Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg







