Mi

17

Mär

2010

Ist Nationalsozialismus in unserer Gesellschaft angekommen?

Sie demonstrieren in Dresden, Chemnitz und für den 1. Mai haben sie eine Demonstration in Zwickau angemeldet. Das sind nur ein paar Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit. Jedesmal versucht man diese Demonstrationen zu verbieten und jedesmal werden sie von deutschen Gerichten zugelassen und jedesmal stellen sich engagierte Bürger aller Gesellschaftsschichten dem braunen Mob entgegen und in den Weg. In dem Bewusstsein, dass der Nationalsozialismus nie wieder eine Chance bekommt, das solche Verbrechen an der Menschheit nie wieder auch nur den Hauch einer Möglichkeit erhalten dürfen.

Ist das aber wirklich die große braune Gefahr?
Zählen nicht die vielen deutschen Politiker, die trotz besseren Wissens gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe hetzen, auch zu der braunen Gefahr? Sind sie nicht viel gefährlicher als die, die sich offiziell dazu bekennen? Angefangen bei Clement über Müntefering, Mißfelder, Sarrazin und den zahlreichen Professoren von deutschen Universitäten, die sich eine Gruppe von Menschen ausgesucht haben, um sie zu beschimpfen, zu demütigen, um ihnen Faulheit und ein Leben auf Kosten Anderer vorzuwerfen, sie als Sozialschmarozer bezeichnen. Nein nicht Juden wie damals, sondern ihrer Arbeit beraubter, um ihre Existenz gebrachter und ihr Lebenswerk zerstörter Menschen, Menschen die unverschuldet ganz einfach ihre Arbeit verloren haben und die tagtäglich gezwungen werden, sich um nichtvorhandene Arbeitsplätze zu bewerben.


Die Politiker die per Gesetz dafür gesorgt haben, das sich jeder Betroffene in seiner Privatsphäre von Ämtern ausschnüffeln lassen muss, der alles offenlegen muss, der zwangsweise für Menschen einstehen muss, nur weil er mit ihnen zusammenlebt, der sich in deutschen Behörden beschimpfen, bedrohen und drangsalieren lassen muss und am Ende auch noch bei den betrügerisch und verfassungswidrig ermittelten, viel zu niedrigen Regelsätzen, Sanktionieren lassen muss. Die Kommunalpolitiker die dieser Gruppe ihre rechtmäßig zustehenden Leistungen für die Unterkunft völlig entgegen der Rechtssprechung verweigern.


Angeregt von den Politikern, die unverfroren grinsend jede Hetze in Mikrofone und Kameras absondern und dann noch felsenfest behaupten, nur zum Wohl der Betroffenen so zu handeln, trauen sich immer mehr ehrenwerte Herren und Damen, mit immer brauneren Ansichten und abstrusen Vorschlägen aus der Deckung und das in immer kürzeren Abständen. Jüngstes und sehr erschreckendes Beispiel ist der Soziologieprofessor Gunnar Heinsohn. Beim lesen des Artikels auf „TELEPOLIS" ist es mir heiß und kalt den Rücken herunter gelaufen. Da ist sie wieder, die Theorie vom unwerten Leben. Nationalsozialistische Hetze in einer renommierten deutschen Zeitung, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Jeder der diesen Artikel liest wird mir sicher zustimmen, braun ist in unserer Gesellschaft angekommen und möglich ist dies, weil unsere Politiker Stück für Stück den Weg für so etwas geebnet haben. Jetzt kommt das braune Gedankengut langsam aus allen Löchern gekrochen, denn es ist wieder gesellschaftsfähig geworden und es ist eben nicht der bekennende braune Mob von der Straße. Hier stellt sich aber keiner in den Weg und es blockiert auch keiner, trotz der viel größeren Gefahr.

 

Dazu passen dann auch die Ausführungen von Eifelphilosoph, der in seinem Artikel „Deutsche Vetternwirtschaft und der Tod der deutschen Demokratie" recht schön beschreibt, wo wir inzwischen angekommen sind.


Die Nazis sind schon längst wieder da. Nur diesmal tragen sie keine Uniformen und vereinen sich eher in ihrer Gesinnung als in einer Partei. Man hat halt aus der Geschichte gelernt. Im Ausland (wir berichteten) ... selbst in den USA ... merkt man das deutlicher und ist empört, entsetzt und verwundert, das so ein Henkel und so ein Sarrazin hier noch frei herumlaufen dürfen. Leider erfahren die dort selten, was hier so abgeht ... und selbst wenn, es würde sie nicht interessieren. Sie haben das gleiche Problem, nur halt nicht unser Vergangenheit.

Das der Apparat ARGE noch nicht so effizent funktioniert wie er könnte, wurde auch schon von Professoren beklagt. Hier ... erweisen sich Beamte genau als der Segen, der sie sein sollten. Nicht immer und überall, aber auch nicht nirgendwo. Sie sind genau der Sand im Getriebe, der von den Vätern des Grundgesetzes so gewünscht worden ist. Darum werden auch sie ... abgebaut, wo immer es geht und versauern in erbärmlichen Auffanggesellschaften, wo sie zu zweit acht Stunden täglich in einem schmucklosen Raum

ein Telefon bewachen dürfen, das niemals klingelt. Wären sie Häftlinge in einer Strafanstalt, so würde Amnesty International wegen "Isolationsfolter" klagen.

Wie auch im KZ läßt man die Häftlinge idealerweise von sich selbst bewachen ... von ARGE-Mitarbeitern mit Zeitarbeitsverträgen, die jederzeit auf die andere Seite des Lagers wechseln könnten.


Das alles ... ist schon mal dagewesen.


Nur lauter, mit mehr Öffentlichkeitsarbeit und weniger Rendite.


Manche lernen eben aus der Geschichte. Andere sind dazu verdammt, sie zu erleiden.


Das ist unsere Zukunft: angstschlotternd in unseren Luxuszellen zu sitzen und zu beten, das es uns nicht erwischt. Zu beten, das das alles nur ein böser Traum ist.


Bis der Tag kommt, an dem die Entwicklung logisch weitergeführt wird und sich vom Langzeitarbeitslosen

auf die wirklich lästigen Kostenfaktoren des Sozialbudgets ausweitet: die Rentner und die Kranken.

Dann wird man die inzwischen erprobte Maschine mit den gleichen Argumenten auf weitere Bevölkerungsgruppen loslassen, denn: genauso, wie man dem Arbeitslosen befehlen kann, sich nicht vorhandene Arbeitsplätze zu suchen kann man dem Rollstuhlfahrer befehlen, mit seinen nicht vorhandenen Beinen zu laufen ... ist die gleiche Form von Logik, an die sich die Bevölkerung dann als "normal" gewöhnt hat.


Dann wird man den Besitz der Rentner pfänden und die Auszahlung der Rente auf fünf Jahre beschränken. Gleiches Recht für alle...und die ehedem Arbeitslosen werden dazu noch klatschen, weil es endlich mal jemand anders trifft.


Also laßt uns wie die anderen noch ein wenig den schönen Klängen der Kapelle lauschen, während unsere Titanic langsam untergeht.

 

A. Pianski

Kommentar schreiben

Kommentare: 3

  • #1

    Eberhard Wetzig (Mittwoch, 17 März 2010 23:46)

    Nicht angekommen, sondern hervorgetreten.
    "All das, was bei ungehinderter Entwicklung der Gesellschaft vom nationalen Organismus als Kulturexkrement ausgeschieden werden mußte, kommt jetzt durch den Schlund hoch; die kapitalistische Zivilisation erbricht die unverdaute Barbarei. Das ist die Physiologie des Nationalsozialismus."(Trotzki)

  • #2

    Sabi (Donnerstag, 18 März 2010 09:54)

    Hallo A.Pianski ,
    Du hast Recht ! Mir wurde heiß,als ich den Artikel auf "TELEPOLIS" gelesen habe .
    Dieser Professor soll bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden.
    (nach §130 des Stafgesetzbuches ).

  • #3

    Hans-Jürgen Reglitzki (Donnerstag, 18 März 2010 13:02)

    Wir, der Verein Gegenwind e.V., sind nicht nur dafür da die Hartz-IV-Empfänger über ihre Rechte zu informieren, sondern wir sind auch generell für die Abschaffung des Hartz-IV-Gesetzes. Noch immer trägt es den Namen eines veruteilten Straftäters, aber das juckt die Regierenden nicht.
    Gerhard Schröder tourt als begehrter Referent in Wirtschaftsfragen durch die Welt, und rühmt sich mit geschwellter Brust derjenige zu sein, der in Europa die Bundesrepublik Deutschland zum "Billiglohnland Nummer 1" gemacht hat.
    Westerwelle, Sarrazin, Mißfelder und viele Andere hetzen gegen eine Bevölkerungsgruppe, die sie dann noch "liebevoll" Hartzler oder Hartzis nennen, wie es in Deutschlands Geschichte schon einmal der Fall war.
    Jetz noch das von Herrn Prof.Gunnar Heinsohn. Es ist schlicht weg pervers, was der Staatsbeamte Prof. fordert. Geburtenkontrolle bei Sozialgeldempfängern, oder sollte man hier schon davon reden, dass er durch seine Vorschläge Sozialgeldempfänger ausrotten will?
    Klar, damals wurden, wie uns die Geschichte gezeigt hat, Lager gebaut, und was dann geschah wissen wir Alle.
    Heute versucht man mittels dem Gesetz im SGB II zwar keine Abschiebung in ein Lager, aber durch die Vorgaben und die Gewährung bei den Unterkunftskosten, sowie den Vorschlägen aus NRW und anderen Bundesländern, bleibt den Hilfesuchenden letztendlich fast nur noch der Schritt übrig in die Wohnungen zu ziehen, die noch soeben die Vorgaben der der ARGEn und JobCentren erfüllen.
    Die Ghettobildung hat bereits begonnen, und sie wird verschärft fortgesetzt.
    Und nun lesen Sie bitte die "Geschichte" über Deutschland Anno 2021!!!
    Gelesen? Erschrocken?
    Die ehemals utopische Geschichte hat uns längst eingeholt. Sie ist so realstitsch dargestellt, dass jeder, der das liesst, nur zu dem Schluss kommen kann:
    "Wir sind schon da, wo Deutschland nie hin wollte! Unsere Vergangenheit hat uns bereits eingeholt.......!"

  • loading