Sa
06
Mär
2010
Wochenbericht 9. Kalenderwoche
Es ist nun einmal so, die Woche fängt mit Montag an und wir von Gegenwind e. V., haben an diesem Montag unsere Info-Zeitung GEGENWIND vor der ARGE Zwickau Stadt verteilt, viele Erwerbslose sind sehr interessiert und stellen ihre Fragen gleich vor Ort. Es muss auch erwähnt werden, dass es von den Betroffenen einen Teil gibt, der das Angebot ablehnt, aber das sind wenige und damit können wir leben.
Am Nachmittag hatten wir dann unsere Info-Sprechstunde in Zwickau. Das waren wieder 2 Stunden voller Probleme von Hartz IV-Betroffenen, die sich einfach nicht mehr selbst helfen konnten. Weil diese Scheinbehörde ARGE und einige deren Mitarbeiter, jegliche Achtung vor den Betroffenen verloren haben.
In dem Bewusstsein, dass uns jede Aussage eines Berichtes den wir veröffentlichen zu einer Anzeige führen kann, werden wir trotzdem weiter das Kind beim Namen nennen. Das war ein Hinweis für alle die, die noch nicht bereifen wollen oder können, was hier passiert.
Kommen wir zu den Problemen, Platz 1 wieder die ARGE Zwickau Stadt, mit Androhung von Sanktionen wegen noch nicht eingereichten Betriebskostenabrechnungen, wenn die BK-Abrechnung erst Ende März vom Vermieter kommt, kann sie nicht schon im Februar abgegeben werden. Der Betroffene hat seine Sachbearbeiterin/Leistung informiert, was tut sie, droht mit Leistungsentzug wegen Nichtmitwirkung, das kann nicht weiter kommentiert werden. Die Fragen aller Fragen ist immer wieder, wie werden in den ARGEn die Freibeträge bei Einkommen errechnet, peilt man das über den Daumen oder geht das auch anders. Von 14 Hilfesuchenden hatten, 6 Probleme mit den Leistungsbescheiden, der Rest setzt sich zusammen aus Problemen mit den Kosten der Unterkunft und Sanktionen.
Bei dieser eklatanten fehlerhaften Arbeit, gibt es dann noch Mitarbeiter die sich über eingereichte Widersprüche mokieren. In den Sprechstunden kommen auch immer mehr die Meinungsäußerungen über
die zurzeit gezielt geführten Kampagnen gegen Hartz IV-Betroffene zum Ausdruck.
Vor der ARGE Hohenstein-Ernstthal berichtete uns ein Betroffener, dass er 5 Monate bei einem Lebensmitteldiskounter ein Praktikum absolviert hat. Hier sind die wahren Sozialschmarotzer und ihre
Vasallen, die ARGEn, die immer wieder Nachschub an Humankapital oder Frischfleisch, liefern, tätig.
Diese Ausfälle eines Bundesaußenministers, suchen mit seiner „spätrömischen Dekadenz" seines Gleichen, nicht weit davon entfernt äußert sich ein Herr Kauder und nicht fehlen darf dann Herr
Sarrazin, der nun neben dem früheren Tipp für völlige Askese, nun noch die Empfehlung ausspricht: Hartz IV-Betroffene sollen kalt duschen.
Da kommt mir gerade eine Idee, kalt duschen macht auch munter und das kann auch die Widerstandsfähigkeit stärken, ist doch so gesehen ein toller Tipp, bloß nicht so gewollt aber Widerstand ist
nötig.
Da wird der schnellstens erstellte Härtefallkatalog wieder aus dem Programm genommen, das weitere Vorgehen von Th. Kalley gegen die Entscheidung des BVerfG über die Regelsätze hin zum
Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, wird von deutschen Richtern blockiert und Th. Kalley sieht sich auf einmal wieder den Repressalien seiner zuständigen ARGE ausgesetzt. Fragen wir uns
doch alle, wie lange soll es noch so gegen das Volk gehen, wie lange kann der Mensch das aushalten, haben wir in Deutschland eine so hohe Schmerzgrenze?
Das war ein etwas anderer Wochenbericht, aber diese Diskussionen sind da und sie sind nötig, die Zeit läuft.
M. Madaus
Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg







