Mi
24
Feb
2010
Persönliche Verantwortung gefragt
Auf Grund der Anzeigen gegen den Verein und dessen Mitglieder sollte einmal die Frage gestattet sein, welche Verantwortung tragen die handelnden Personen in den ARGEn?
Verantwortung tragen sie unzweifelhaft im Rahmen ihres Arbeitsvertrages gegenüber ihrem Arbeitgeber. Dann meinen sie aber, ist Schluss mit der Verantwortung. Das haben viele Mitarbeiter und selbst Personen aus der Geschäftsführung mit folgendem Satz zum Ausdruck gebracht. „Wir machen nur unsere Arbeit". Dies ist sicherlich in gewissem Maße richtig. Sie müssen sich an die Gesetze und an die Anweisungen ihres Vorgesetzten halten, sonst drohen ihnen ebenfalls Repressalien und unter Umständen der Arbeitsplatz- verlust.
Aber, und das wird meist völlig vergessen, haben sie auch noch eine andere und viel größere Verantwortung. Nämlich die, dem Menschen gegenüber, der vor ihrem Schreibtisch sitzt.
Es wird immer von den Gesetzen gesprochen und wenn etwas angeprangert wird, ist immer die große Masse gemeint. Völlig vergessen wird dabei, dass es sich um Einzelschicksale handelt. Einzelne
Menschen, deren Leben zerstört, die in Not und Elend, ja zum Teil in den Freitod getrieben werden. Und hier sind die handelnden Personen in die Verantwortung zu nehmen
Und genau hier beginnt auch ihre Verantwortung. Das Hartz-IV-System, dass sind viele Einzelschicksale und die Menschen die dahinterstehen. Ihnen muss viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt
werden.
Hier sehe ich auch uns, Gegenwind e.V., die darüber berichten, in der Verantwortung. So wichtig wie Geld und die Gesetze, so wichtig, und sicherlich noch wichtiger, sind die vielen
Einzelschicksale der Betroffenen, weil sie ihr Leben zerstören. Deshalb müssen wir alle den Einzelschicksalen viel mehr Aufmerksamkeit schenken, und den Verantwortlichen in den ARGEn ihr Tun vor
Augen halten. Anstatt sie einmal ihr Verhalten kritisch hinterfragen, wird mit Anzeigen reagiert.
Zum Teil sind es Überforderung und Ahnungslosigkeit, da völlig unqualifizierte Leute an den Schreibtischen sitzen, wie uns Herr Alt, Chef der Grundsicherung bei der BA Nürnberg, wissen läßt, und
zum Teil auch charakterlich völlig ungeeignete Leute.
Normalerweise gehören an solche verantwortungsvollen Arbeitsplätze gut ausgebildete Leute, die die entsprechenden Fachkenntnisse besitzen. Fragen sie doch bei ihrem nächsten Besuch in der ARGE
nach, welche Ausbildung ihr Gegenüber besitzt.
Es kann nicht sein, dass unkundige Personen über das Schicksal von Menschen entscheiden und nach Gutdünken Sanktionen verhängen, und die Leute mit Willkürmaßnahmen an den Rand der Verzweiflung,
oder sogar in den Freitod treiben. Über all diese Dinge muss berichtet werden und die Verantwortung denen übertragen werden, die sie tragen.
Von einem Mitarbeiter der ARGE muss man verlangen können, dass er sozialrechtliches und sozialpädagogisches Fachwissen besitzt. Zudem muss er charakterlich für diese Tätigkeit geeignet sein.
Ansonsten hat er da nichts verloren.
Wie soll ein Friedhofsgärtner oder ein ehemaliger Telekommitarbeiter solche Kenntnisse sich aneignen, da man dazu eigentlich studiert haben muss, und die ARGEn ihre Leute auch nicht
weiterbilden.
Hans-Jürgen Reglitzki
1. Vorsitzender Gegenwind e.V.,
Arbeitsloseninitiative Glauchau-Zwickau
Gegenwind e. V.
Arbeitsloseninitiative
Glauchau-Zwickau-Cloppenburg







