Do

18

Feb

2010

Wochenbericht 7. Kalenderwoche

Zur Sprechstunde am Montag in Zwickau war wieder wie man so schön sagt, volles Haus. So ca. 25 Hilfesuchende haben sich mit den Vielfältigsten Problemen an uns gewandt. Ein großes Problem sind nach wie vor die Kosten der Unterkunft. Hier hält der Landkreis starrsinnig an seiner Regelung der Pauschalen für Nebenkosten, Heizung und Wasserverbrauch fest. Deutlich muss noch mal darauf hingewiesen werden, dass der Landkreis und damit auch die Kommunen und deren Bürgermeister für diese Rechtswidrigkeiten bei den Unterkunftskosten verantwortlich sind.

Aber auch falsch berechnete Bescheide sind nach wie vor der Renner. Sobald in irgendeiner Form Zuflüsse vorhanden sind versagen die Rechenkünste oder die Anwendung der diversen Vorschriften wird nicht beherrscht. Bei Einführung von Hartz IV hieß es immer, dass es Anfangsschwierigkeiten seien und das das Personal die nötigen Schulungen erhält. Das hat sich leider nicht bewahrheitet. Bei beiden wird offenbar drastisch gespart, beim Personal und an der Ausbildung des selbigen.

Wider so scheint es hat die ARGE Zwickauer Land eine Familie an den Abgrund getrieben. Es kam ein Mann in die Sprechstunde, der berichtete, dass seine Frau und sein Sohn durch die Behandlung der Argemitarbeiter psychisch völlig am Ende seien. Frau und Sohn trauen sich nicht mal mehr Termine wahrzunehmen. Aus diesem Grund hat der Sohn auch schon mit Sanktionen zu kämpfen. Nun hatte er am Freitag einen Termin in der ARGE und wir haben ihm dringen geraten den auch wahr zu nehmen um weitere Sanktionen zu vermeiden. Das Angebot, dass wir ihn als Beistand begleiten, hat er dankend angenommen. Durch das Hausverbot in der ARGE Zwickau Stadt dürfen wir aber nur nach Anmeldung mit hinein. Deshalb haben wir uns ordnungsgemäß bei der Stellvertretenden Geschäftsführerin, Frau Borger, angemeldet. Soweit war alles o.k. Nachmittag haben wir dann von dem Hilfesuchenden erfahren, das der Termin von Frau Borger abgesagt wurde und er einen neuen bekommt.
Da kommt bei mir aber ein arger Verdacht auf, zumal es doch nicht üblich ist, dass die Geschäftsleitung Termine ihrer Mitarbeiter absagt.

Völlig aufgelöst hat uns auch eine junge Mutti mit Baby angerufen, die von dem Außendienst der ARGE Zwickau Stadt bedroht wurde. Offenbar wollten sie bei der jungen Frau etwas in der Wohnung schnüffeln, denn einen Grund für ihr Erscheinen haben sie nicht genannt als sie klingelten. Die junge Frau war aber noch so geistesgegenwärtig und hat sie nicht in die Wohnung gelassen. Daraufhin bedrohten sie die junge Frau völlig rechtswidrig mit Leistungskürzung.

Am Donnerstag haben wir dann wieder vormittags 2 Stunden vor der ARGE Zwickau Stadt gestanden und haben unsere kleine Zeitung verteilt. Dabei kam es zu sehr interessanten Gesprächen mit den Hartz IV Empfängern. Zwei haben wir gleich zu einem Anwalt geraten, da die Lage doch recht verzwickt war. Hierbei stellt sich auch immer wieder heraus, dass die Betroffenen doch zum Teil recht wenig über ihre Rechte Bescheid wissen. Viele von ihnen wollen auch unsere kommende Sprechstunde nutzen da die Probleme doch erheblich sind.

 

A. Pianski

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